Brennpunkte

Nach verheerenden Waldbränden: Algeriens Unterhaus billigt Todesstrafe für Brandstifter

  • AFP - 1. Oktober 2026, 16:27 Uhr
Bild vergrößern: Nach verheerenden Waldbränden: Algeriens Unterhaus billigt Todesstrafe für Brandstifter
Ausgebranntes Haus in der algerischen Provinz Jijel
Bild: AFP

Nach den tödlichen Waldbränden im August hat Algeriens Unterhaus eine Ausweitung der Todesstrafe auf vorsätzliche Brandstiftung beschlossen. Seit 1993 wurden in dem nordafrikanischen Land keine Todesurteile mehr vollstreckt.

Wenige Wochen nach den tödlichen Waldbränden im Nordosten Algeriens hat das Parlament in Algier eine Ausweitung der Todesstrafe auf Brandstiftung beschlossen. Die Abgeordneten im Unterhaus billigten am Donnerstag eine Änderung des Strafgesetzbuchs, nach der die Todesstrafe künftig für das vorsätzliche Inbrandsetzen von Wäldern, Waldflächen sowie bepflanzten oder unbepflanzten Feldern verhängt werden kann.

Die Gesetzesänderung weitet die Todesstrafe außerdem auf bestimmte Fälle von Kindesentführung aus, wenn das Opfer gefoltert, sexuell missbraucht oder verstümmelt wird. Bevor die Neuregelung in Kraft treten kann, muss sie noch vom Oberhaus geprüft und anschließend von Präsident Abdelmadjid Tebboune verkündet werden.

Bei Waldbränden im August waren in Algerien nach offiziellen Angaben zwölf Menschen ums Leben gekommen. Augenzeugen berichteten jedoch von deutlich mehr Todesopfern. Präsident Tebboune hatte daraufhin eine Verschärfung des Strafrechts angeordnet und bei den Feuern von "etwas Kriminellem" gesprochen.

Justizminister Lotfi Boudjemaa bezeichnete die Todesstrafe nach der Abstimmung als "angemessene rechtliche Antwort, um diese Verbrechen einzudämmen". Brandstiftung habe inzwischen das "Niveau der organisierten Kriminalität" erreicht; Ermittlungen hätten zudem Verbindungen zu "ausländischen Parteien" ergeben.

Algerien hat seit 1993 keine Todesurteile mehr vollstreckt, obwohl Gerichte weiterhin Todesstrafen verhängen, unter anderem in Terrorverfahren. Tebboune hatte angekündigt, Verurteilte sollten künftig nach Ausschöpfung ihrer Rechtsmittel hingerichtet werden. Die Nichtregierungsorganisation Amnesty International kritisierte die Pläne als "zutiefst rückschrittliche Antwort" und forderte Algerien auf, auf eine Wiederaufnahme von Hinrichtungen zu verzichten.

Weitere Meldungen

Merz ruft Nato-Mitglieder zu Geschlossenheit gegenüber Russland auf

Münster (dts Nachrichtenagentur) - Mit Blick auf Russland und den Ukraine-Krieg hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Nato-Mitgliedstaaten zur Geschlossenheit gegenüber

Mehr
Wichtige Brücke und Atomforschungsanlage in Kiew bei russischen Angriffen getroffen

Russland hat seine zuletzt verstärkten Angriffe auf Kiew fortgesetzt und ukrainischen Angaben zufolge eine wichtige Brücke in der ukrainischen Hauptstadt erstmals seit

Mehr
Nepal: Zahl der Toten nach Lawinenunglück steigt auf 15

Die Zahl der Toten nach dem schweren Lawinenunglück im Himalaya in Nepal ist auf 15 gestiegen. Rettungskräfte bargen am Donnerstag acht weitere Leichen aus den Schneemassen am

Mehr

Top Meldungen

"Rente mit 63": Großteil der Bezieher zahlte über 46 Jahre ein

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Mehr als die Hälfte der Bezieher der abschlagsfreien Rente ab 45 Beitragsjahren hat 47 Jahre oder mehr in die Rentenversicherung eingezahlt. Das

Mehr
Ernährungsindustrie begrüßt Stopp von Klingbeils Zuckersteuer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ernährungsindustrie begrüßt den vorläufigen Stopp der Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Steuer auf

Mehr
Spritpreise erreichen im September Höchstwerte

München (dts Nachrichtenagentur) - Der ADAC hat im vergangenen Monat neue Höchstwerte bei den Preisen für beide Kraftstoffe gemessen. Ein Liter Super E10 kostete im September

Mehr