Politik

Trump postete höchstwahrscheinlich KI-retuschiertes Bild von Xis Staatsbesuch

  • AFP - 25. September 2026, 21:41 Uhr
Bild vergrößern: Trump postete höchstwahrscheinlich KI-retuschiertes Bild von Xis Staatsbesuch
Ein AFP-Foto der Szene
Bild: AFP

Ein von US-Präsident Trump veröffentlichtes Foto vom Staatsbesuch seines chinesischen Kollegen Xi ist höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz retuschiert worden, um einen unvorteilhaften Gesichtsausdruck zu verändern.

Ein von US-Präsident Donald Trump veröffentlichtes Foto vom Staatsbesuch seines chinesischen Kollegen Xi Jinping ist nach Ansicht von Fachleuten höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz retuschiert worden, um einen unvorteilhaften Gesichtsausdruck zu verändern. Der Datenforensiker Matthew Stamm von der Drexel University sagte der Nachrichtenagentur AFP, das von Trump veröffentlichte Foto, auf dem der Präsident neben Xi während des Überflugs eines Jets salutiert, weise "mit hoher Sicherheit" Spuren auf, "die von generativer KI hinterlassen wurden."

Aufnahmen von AFP und anderen Medien wie auch des offiziellen Videostreams des Weißen Hauses zeigen, wie Trump bei Xis Empfang auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews bei Washington wegen des Lärms durch den Überflug von Kampfjets gequält das Gesicht verzieht, während Xi völlig ungerührt neben ihm steht. 

Die Bilder hatten für Spott und Häme gesorgt, unter anderem von Talkshow-Host Jimmy Fallon. Zahlreiche Kommentare rief in Onlinenetzwerken zudem hervor, dass Trump bei Temperaturen von etwa 18 Grad Celsius zum Mantel schwarze Handschuhe trug. 

Auf dem von Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social veröffentlichten Bild der gleichen Szene verzieht hingegen auch der US-Präsident keine Miene. Zudem trägt er einen einfarbigen blauen Schlips und hat nur einen Handschuh an, während er auf den von den Medien veröffentlichten Aufnahmen eine gestreifte Krawatte und Handschuhe an beiden Händen trägt. Zudem stimmen die Schuhe einer Frau im Hintergrund nicht mit den authentischen Bildern überein.

Datenforensiker Stamm, der das von Trump veröffentlichte Foto mit einer speziellen Software analysiert hatte, sagte AFP, die von ihm entdeckten statistischen Spuren seien wie "Fingerabdrücke, die ein Verbrecher am Tatort hinterlässt." 

Auch Walter Scheirer von der University of Notre Dame zeigte sich AFP gegenüber überzeugt, dass wahrscheinlich KI im Spiel war. Angesichts der verschiedenen Versionen dieser Szene, die "eindeutig anders sind als das, was Trump bei Truth Social gepostet hat, bin ich mir sicher, dass dieses Bild verändert wurde", sagte er.

Das Weiße Haus äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bild.

Weitere Meldungen

Berlin: Linke stimmt auf Parteitag für Sondierungen mit Grünen und SPD

Fünf Tage nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat die siegreiche Linke den Weg für Sondierungen mit Grünen und SPD freigemacht. Ein Parteitag stimmte am Freitag in der

Mehr
"Zerstörende Dimension erreicht": Berliner Linke weist Antisemitismusvorwurf zurück

Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat die gegen ihre Partei nach der Abgeordnetenhauswahl erhobenen Antisemitismusvorwürfe zurückgewiesen. "Diese Vorwürfe sind

Mehr
Münchner Migrationskonferenz: Pläne für Frontex-Ausbau zu "Rückführungsagentur"

Bei der am Samstag in München stattfindenden Migrationskonferenz sollen auch Gespräche über eine Erweiterung des Mandats der Grenzschutzagentur Frontex für Rückführungen

Mehr

Top Meldungen

Ifo-Barometer: Stellenabbau in deutscher Wirtschaft gestoppt

München (dts Nachrichtenagentur) - Der Stellenabbau in der deutschen Wirtschaft ist zum Stillstand gekommen. Das zeigen die September-Daten des Beschäftigungsbarometers des

Mehr
Randstad- und Ifo-Umfrage: Firmen planen mehr befristete Verträge

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Deutsche Unternehmen wollen den Einsatz befristeter Verträge deutlich ausweiten. Das zeigt eine Umfrage des Personaldienstleisters Randstad und

Mehr
Schnitzer kritisiert Tankrabatt und Rentenreform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, hat den

Mehr