Brennpunkte

Schwere Kämpfe zwischen Tigray-Rebellen und Armee - Internetausfall in Nordäthiopien

  • AFP - 25. September 2026, 19:36 Uhr
Bild vergrößern: Schwere Kämpfe zwischen Tigray-Rebellen und Armee - Internetausfall in Nordäthiopien
Menschen in Tigray mit ihren Mobiltelefonen
Bild: AFP

In Äthiopien halten die Gefechte zwischen Kämpfern der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) und den Regierungstruppen weiter an. In der Provinz Afar gab es 'heftige Kämpfe' rund um die Stadt Abala, wie es aus Kreisen humanitärer Helfer hieß.

In Äthiopien halten die Gefechte zwischen Kämpfern der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) und den Regierungstruppen weiter an. In der Provinz Afar habe es in der Nacht "heftige Kämpfe" rund um die Stadt Abala gegeben, hieß es am Freitag aus Kreisen humanitärer Helfer. Die Armee habe die Rebellen daran gehindert, in die Stadt einzudringen. Im Norden des Landes kam es unterdessen zu Stromausfällen.

Die TPLF hatte in dieser Woche eine Offensive in den an die Region Tigray angrenzenden Provinzen Amhara und Afar im Nordwesten Äthiopiens gestartet. Am Donnerstag wurden auch aus dem Gebiet Nord-Wollo in Amhara Kämpfe gemeldet, wo sich Äthiopiens berühmte mittelalterliche Felsenkirchen befinden, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Das Gebiet war häufiger von der Fano angegriffen worden, einer örtlichen bewaffneten Gruppe, die nun an der Seite der TPLF kämpft.

Die äthiopische Armee teilte unterdessen mit, mehr als 700 Tigray-Rebellen in der Provinz Amhara getötet zu haben. Zu Toten innerhalb der Armee oder der Zivilbevölkerung äußerte sie sich zunächst nicht.

Die Organisation Netblocks meldete am Freitag eine Störung der Internetverbindungen im Norden Äthiopiens. In der Region Tigray gebe es Berichte über einen "vollständigen Telekommunikationsausfall". Reporter der Nachrichtenagentur AFP konnten ihre Quellen in Tigray telefonisch nicht erreichen. 

Die seit langem bestehenden Spannungen zwischen der Regierung und den Behörden im nördlichen Bundesstaat Tigray waren mit den neuerlichen Angriffen auf Afar und Amhara eskaliert. Die TPLF, die am vergangenen Sonntag eine Allianz mit sechs weiteren bewaffneten Gruppen zum Sturz der Regierung geschmiedet hatte, spricht von einem neuen Krieg gegen die Regierungstruppen.

Auch das Nachbarland Eritrea könnte nach Ansicht von Experten auf der Seite der Rebellen in den Konflikt eintreten. "Ich rechne nicht damit, dass dies wieder zu einem ruhigen, niedrigschwelligen Konflikt zurückkehrt", erklärte die Leiterin der Nichtregierungsorganisation Acled, Clionadh Raleigh, in einem Bericht. "Es sind jetzt zu viele Interessen im Spiel."

Im Krieg zwischen der äthiopischen Armee und der TPLF von November 2020 bis November 2022 waren nach Schätzungen der Afrikanischen Union mindestens 600.000 Menschen getötet worden. Das Friedensabkommen von Pretoria beendete die Kämpfe zwar, zentrale Vereinbarungen wurden aber nicht umgesetzt. Dazu gehören die Entwaffnung der TPLF und die Rückkehr hunderttausender Vertriebener.

Weitere Meldungen

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok

Mehr
Putin: Russland bereitet sich nicht auf "irgendeine Art von Kampf mit Europa" vor

Russlands Präsident Wladimir Putin hat beteuert, dass sich sein Land "nicht auf irgendeine Art von Kampf mit Europa" vorbereite. "Viele in Europa sagen, dass sie eine Aggression

Mehr
Libanons Regierungschef Salam warnt vor "Vakuum" nach Abzug von UN-Friedensmission

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam hat davor gewarnt, durch den geplanten Abzug der UN-Friedensmission Unifil aus seinem Land ein "Vakuum" entstehen zu lassen.

Mehr

Top Meldungen

Randstad- und Ifo-Umfrage: Firmen planen mehr befristete Verträge

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Deutsche Unternehmen wollen den Einsatz befristeter Verträge deutlich ausweiten. Das zeigt eine Umfrage des Personaldienstleisters Randstad und

Mehr
Schnitzer kritisiert Tankrabatt und Rentenreform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, hat den

Mehr
Tankrabatt: Bundesregierung kontert Kritik von Ökonomen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung kontert Kritik aus der Wirtschaftswissenschaft am frisch von Bundestag und Bundesrat beschlossenen "Tankrabatt". Eine

Mehr