Brennpunkte

Kontakte in russische Botschaft: Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche Spionin an

  • AFP - 14. September 2026, 12:23 Uhr
Bild vergrößern: Kontakte in russische Botschaft: Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche Spionin an
Strafgesetzbuch
Bild: AFP

Die Bundesanwaltschaft hat die mutmaßliche Russland-Spionin Ilona W. angeklagt. Spätestens seit Oktober 2023 soll sie geheimdienstliche Kontakte in die russische Botschaft gehabt haben. W. wurde im Januar in Berlin festgenommen.

Die Bundesanwaltschaft hat die mutmaßliche Russland-Spionin Ilona W. angeklagt. Spätestens seit Oktober 2023 soll sie geheimdienstliche Kontakte in die russische Botschaft gehabt und für Moskau spioniert haben, wie die Behörde am Montag in Karlsruhe mitteilte. Die Beschuldigte wurde im Januar in Berlin festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Strafrechtlich hält die Bundesanwaltschaft der Deutsch-Ukrainerin für hinreichend verdächtig, für einen Geheimdienst einer fremden Macht tätig gewesen zu sein. Die Anklage wurde vor einer Woche zum Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin erhoben.

W. hatte den Angaben zufolge in Berlin eine Marketingagentur betrieben und war zudem Vorsitzende eines Lobbyvereins. Dadurch sei sie weitreichend auch in militärischen und politischen Kreisen vernetzt gewesen.

Ihren Kontaktmann, einen hauptamtlichen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft, soll sie der Anklage zufolge über Jahre hinweg mit Informationen zu hochkarätigen politischen Veranstaltungen versorgt und ihm, teilweise unter falschem Namen, Zugang dazu ermöglicht haben.

Dies sollte ihm demnach den Weg bereiten, um für geheimdienstliche Zwecke ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Um Kontakte und mögliche Zielpersonen zu identifizieren, habe W. auch selbst an solchen Veranstaltungen teilgenommen.

Weiterhin versuchte sie demnach, Kontakte aus dem Bundesverteidigungsministerium sowie aus der Rüstungsindustrie für ihre Zwecke zu gewinnen. Zudem habe sie sich vor dem Hintergrund des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine im Auftrag ihres Kontaktmanns um Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik und Rüstungsindustrie bemüht.

Nach ihrer Festnahme im Januar hieß es, die Beschuldigte habe unter anderem Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine eingeholt. Die Bundesregierung bestellte damals den russischen Botschafter ein und wies einen in dem Fall ebenfalls Verdächtigen aus, bei dem es sich um den Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin gehandelt haben soll.

Ermittelt wurde in dem Zusammenhang auch gegen zwei frühere Angehörige der Bundeswehr, welche die mutmaßliche Spionin persönlich kannte. Sie standen unter dem Verdacht, ihr dienstliche Informationen gegeben zu haben - dabei war zunächst unklar, ob sie wussten, dass diese offenbar an den Geheimdienst gehen sollten.

In den vergangenen Monaten wurden wiederholt mutmaßliche Spione gefasst, die im Auftrag Russlands etwa Unternehmer oder die deutsche Rüstungsindustrie ausgespäht haben sollen.

Weitere Meldungen

Wanderer am Berg Fuji sollen künftig selbst für ihre Rettung zahlen

Wanderer, die außerhalb der Saison auf dem japanischen Berg Fuji in Not geraten, sollen künftig selbst für ihre Rettung per Hubschrauber zahlen. Der Schritt ist Teil eines

Mehr
Bericht: Pistorius ordnet Verpflichtungen für Litauen-Brigade an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Beim Aufbau der Litauen-Brigade der Bundeswehr sollen Soldaten offenbar zwangsweise an die Nato-Ostflanke versetzt werden. Verteidigungsminister

Mehr
Niedersachsen: 38-Jährige stirbt nach Sturz von Balkon in fünftem Stock

Nach dem Sturz von einem Balkon im fünften Stock eines Wohnhauses in Wolfsburg ist eine Frau an ihren schweren Verletzungen gestorben. Die 38-Jährige starb am Sonntag in einer

Mehr

Top Meldungen

IG Metall ruft zum "Auto-Aktionstag" auf - Mindestens 100.000 Beschäftigte erwartet

Die IG Metall ruft angesichts der Stellenstreichungen in der Automobilindustrie zu einem Aktionstag am 21. September auf. Unter dem Motto "Zukunft statt Kahlschlag - Zusammenhalt

Mehr
Schwesig drängt auf Spritpreisdeckel

Schwerin (dts Nachrichtenagentur) - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erhöht angesichts der noch einmal gestiegenen Benzinpreise den Druck für

Mehr
Ifo-Präsident hält KI-Verlangsamung für "kaum umsetzbar"

München (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hält die Forderung nach einer Verlangsamung der KI-Entwicklung für richtig, aber kaum für

Mehr