Politik

Grüne geben Merz Mitschuld am Erstarken der AfD - und fordern Parteiverbot

  • AFP - 9. September 2026, 11:06 Uhr
Bild vergrößern: Grüne geben Merz Mitschuld am Erstarken der AfD - und fordern Parteiverbot
AfD-Stellwand im Reichstagsgebäude
Bild: AFP

Grünen-Ko-Fraktionschefin Katharina Dröge hat der Bundesregierung eine Mitschuld am Erstarken der AfD gegeben. Im Bundestag rief Dröge die Abgeordneten auf, 'einen Prüfeintrag für ein AfD-Verbot' auf den Weg zu bringen.

Grünen-Ko-Fraktionschefin Katharina Dröge hat der Bundesregierung eine Mitschuld am Erstarken der AfD gegeben. In der Generaldebatte des Bundestages warf Dröge am Mittwoch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, er habe sich von den "Verlockungen des Populismus" anstecken lassen. Das sei "einer der größten Fehler der Union" unter Merz' Führung in den vergangenen Jahren gewesen. In der hitzig geführten Debatte rief Dröge die Abgeordneten auf, einen Prüfantrag für ein AfD-Verbot auf den Weg zu bringen. 

Dröge hielt dem Kanzler vor, mit populistischen Versprechungen, durch eine "herablassende Art" sowie Belehrungen die Menschen gegen sich aufgebracht zu haben. "Für ein paar billige Klicks, für ein bisschen Anstacheln gegen Ausländer, gegen Arbeitslose, für das bisschen Mitschwimmen auf der Welle, die nutzen unser System aus, haben Sie am Ende eine Sache riskiert. Und das ist Ihre eigene Glaubwürdigkeit", sagte Dröge. Doch anders als "die Rechtsextremen", die niemals regieren und Verantwortung übernehmen wollten, werde Merz "an der an der Realität gemessen".

Beim Thema Migration sei die Koalition "fulminant gescheitert" mit dem Ansatz, durch eine möglichst harte Asylpolitik könne die AfD klein gekriegt werden, "weil man irgendwie quasi deren Kernthema erledigen würde", kritisierte die Grünen-Politikerin.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) habe "die größtmögliche Härte durchgezogen in der Asylpolitik, inklusive Rechtsbruch an den deutschen Grenzen, inklusive Kooperation mit den Verbrechern der Taliban", betonte Dröge. "Und trotzdem, es hat nichts gebracht mit Blick auf das AfD-Wahlergebnis. Nichts hat es gebracht. Im Gegenteil, wir sind sogar noch stärker geworden."

Dröge rief die Abgeordneten des Bundestages auf, "einen Prüfeintrag für ein AfD-Verbot" auf den Weg zu bringen. "Wir sind mittlerweile an einem Punkt in unserer Demokratie, wo die politische Auseinandersetzung alleine vielleicht nicht mehr reicht." Das deutsche Grundgesetz sehe daher als letztes Mittel auch das Parteienverbot vor. "Es ist an der Zeit. Ich kann nur an Sie appellieren, ich kann Sie nur bitten, prüfen Sie als Abgeordnete des Deutschen Bundestages Ihr eigenes Gewissen."

Weitere Meldungen

Brasiliens Präsident Lula veröffentlicht erstmals Selfie-Video in Onlinediensten

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besitzt kein Handy und belächelt immer wieder die "Wisch-Tippen"-Generation - nun hat er knapp drei Wochen vor der

Mehr
Brasiliens Präsident Lula veröffentlicht erstmals Selfie-Video in Onlinediensten

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besitzt kein Handy und belächelt immer wieder die "Wisch-Tippen"-Generation - nun hat er knapp drei Wochen vor der

Mehr
Proteste in Izmir nach Wechsel des Bürgermeisters zur Regierungspartei AKP

Nach dem Parteiwechsel des Bürgermeisters von Izmir zur islamisch-konservativen AKP haben in der westtürkischen Metropole mehr als tausend Menschen gegen diesen Schritt

Mehr

Top Meldungen

SPD und Grüne kritisieren EVP-Antrag gegen "Made in Europe"-Regeln

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - SPD und Grüne haben einen Antrag aus der EVP-Fraktion im Bundestag kritisiert, in dem die von der EU-Kommission vorgeschlagenen "Made in

Mehr
Merz beharrt auf Abschaffung von Rente mit 63

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigt die Abschaffung der sogenannten "Rente mit 63". "In Wahrheit ist das Ende der abschlagsfreien

Mehr
CCS-Experte kritisiert Reiches Pläne für CO2-Endlager unter Nordsee

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - Wissenschaftler des Forschungsverbunds Geostor sowie Umweltschützer kritisieren die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche

Mehr