Die Bundesregierung hat die Kritik Russlands an den neu verhängten deutschen Sanktionen zurückgewiesen. Zu den Äußerungen aus Moskau sagte Vizeregierungssprecher Steffen Meyer am Mittwoch in Berlin: "Das ist sicherlich eine Sprache der Eskalation, die dort gewählt wird. Unsere Sprache ist es nicht." Die Bundesregierung erwarte, "dass Moskau mit Maßnahmen antworten wird", fügte er hinzu. "Wir sind darauf vorbereitet."
Zugleich gehe die Bundesregierung davon aus, "dass man im Kreml das gestrige Signal klar und deutlich verstanden hat", sagte der stellvertretende Regierungssprecher. "Diese hybriden Angriffe erreichen ihr politisches Ziel nicht. Russland schadet sich am Ende selbst."
Am Dienstag hatte die Bundesregierung Russland die Verantwortung für den versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen zugewiesen und weitere Strafmaßnahmen bekanntgegeben. So sollen das russische Generalkonsulat in Bonn geschlossen und der Vertrag mit dem Russischen Haus in Berlin gekündigt werden. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den Schritt Deutschlands als "erneuten schweren Fehler" bezeichnet, der den Interessen des deutschen Volkes zuwiderlaufe.Â
Das Russische Haus in Berlin firmiert als Kultur- und Wissenschaftszentrum; es steht aber auch im Verdacht, der Spionage zu dienen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts kündigte am Mittwoch in Berlin an, sämtliche aus Russland entsandte Mitarbeiter zur Ausreise aufzufordern, "so dass dann eigentlich kein Betrieb mehr möglich sein kann".
Die Nutzung des Hauses sei in einem "umfangreichen Vertragswerk" zwischen Russland und Deutschland geregelt, dass "ein kleines bisschen kompliziert" sei, sagte der Außenamtssprecher weiter. Es gebe dabei ein Kulturinstitutsabkommen aus dem Jahr 2011, in dem eine reguläre Kündigungsmöglichkeit zum Ende dieses Jahres festgeschrieben sei.Â
"Diese Kündigung haben wir jetzt ausgesprochen", sagte der Sprecher. "Der Betrieb als Kulturinstitut wird auslaufen zur Mitte des kommenden Jahres."
Die Bundesregierung müsse damit rechnen, dass die Kündigung des Vertrags über das Russische Haus "Auswirkungen" auf den Betrieb des Goethe-Instituts in Russland haben werden, sagte er weiter. Über eine Schließung wolle er "ungern spekulieren", aber ein solche Schritt läge nahe.
Zu den von Berlin angekündigten Strafmaßnahmen zählt auch, den Druck auf die so genannte russische Schattenflotte zu erhöhen. Details dazu wollte die Bundesregierung aber nicht mitteilen. Es sei "klar, dass wir diese Gespräche und die Wege dorthin natürlich vertraulich führen und jetzt nicht öffentlich auch Russland Hinweise geben, was wir dort vorhaben und planen", sagte Vizeregierungssprecher Meyer.
Das Auswärtige Amt rechnet dabei nach eigenen Angaben mit Unterstützung der Partnerländer - "einerseits, weil sie wissen, dass Putin die Schattenflotte nutzt um die Kriegskasse zu füllen, andererseits, weil von diesen Schiffen auch erhebliche Umweltrisiken ausgehen", sagte ein Außenamtssprecher. Koalitionspolitiker und Experten hatten in den vergangenen Tagen auf die Möglichkeit verwiesen, die Ostsee-Passage solcher oft maroden Schiffe durch strengere Umweltauflagen zu erschweren.
Brennpunkte
"Sprache der Eskalation": Bundesregierung weist Kritik aus Moskau zurück
- AFP - 2. September 2026, 15:23 Uhr
Die Bundesregierung hat die Kritik Russlands an den neuen deutschen Sanktionen zurückgewiesen. 'Das ist sicherlich eine Sprache der Eskalation, die dort gewählt wird. Unsere Sprache ist es nicht.'
Weitere Meldungen
Im Fall einer 32-Jährigen, die jahrelang von zwei Paaren in Salzgitter gequält und brutal misshandelt worden sein soll, hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage erhoben.
MehrDallas (dts Nachrichtenagentur) - Das US-Rüstungs-Start-up Covenant will ab Anfang 2027 in Sachsen mit der Massenproduktion des Marschflugkörpers "Anthem" beginnen. Es handele
MehrIm Zusammenhang mit der Messerattacke am Berliner Holocaust-Mahnmal im Februar 2025 ist ein zweiter Mann angeklagt worden. Die Bundesanwaltschaft wirft Khalaf A. Beihilfe zum
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Pläne der EU-Kommission zur Regulierung von Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb stoßen auf Vorbehalte beim Deutschen
MehrFrankfurt (dts Nachrichtenagentur) - Die Gewerkschaft Verdi erhöht kurz vor dem Spitzentreffen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Unicredit-Chef Andrea Orcel den
MehrWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die bei Renteneintritt ermittelte Lebenserwartung unterschätzt im Durchschnitt die tatsächliche spätere Rentendauer. Das hat eine neue
Mehr














