Politik

Taliban-Regierung verteidigt Protestverbot gegen Kritik von Menschenrechtsorganisationen

  • AFP - 2. September 2026, 14:15 Uhr
Bild vergrößern: Taliban-Regierung verteidigt Protestverbot gegen Kritik von Menschenrechtsorganisationen
Taliban-Sprecher Mudschahid (links)
Bild: AFP

Nach Kritik von Menschenrechtsgruppen hat die Taliban-Regierung in Afghanistan das Demonstrationsverbot in dem Land verteidigt und sich dabei auf islamisches Recht berufen.

Nach Kritik von Menschenrechtsgruppen hat die Taliban-Regierung in Afghanistan das Demonstrationsverbot in dem Land verteidigt und sich dabei auf islamisches Recht berufen. Die neue Regelung stehe "vollkommen im Einklang mit dem islamischen Recht", sagte Talibansprecher Sabihullah Mudschahid am Mittwoch: "Proteste gibt es im islamischen Recht nicht."

Proteste gehörten zu Gesellschaften, "in denen unterschiedliche Gesetze gelten, zum Beispiel eine Demokratie oder eine Republik", sagte der Sprecher weiter.  Im islamischen System könnten sich die Menschen mit ihren Problemen dagegen an die Regierung wenden, anstatt Demonstrationen abzuhalten. Das Verbot halte die Menschen davon ab, "Zeit zu vergeuden", betonte Mudschahid.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte das im August verkündete Demonstrationsverbot als "weiteren Schritt im rücksichtslosen Versuch" der Taliban kritisiert, jeglichen Widerspruch zu unterdrücken.

Amnesty International sprach mit Blick auf weitreichende Änderungen der Taliban bei der Strafverfolgung von "einem weiteren umfassenden Angriff auf die Menschenrechte in Afghanistan" und kritisierte das Demonstrationsverbot als "eine ihrer ungeheuerlichsten Bestimmungen".  

Seit der Rückkehr der Taliban an die Macht vor fünf Jahren gab es in Afghanistan nur selten Demonstrationen. Im vergangenen Monat erließ die Regierung eine Regelung, wonach "alle Arten von Protest" verboten sind.

Weitere Meldungen

ARD-Hochrechnung sieht CDU in Mecklenburg-Vorpommern unter Fünfprozenthürde

Die CDU ist bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern laut den jüngsten Hochrechnungen unter die Fünfprozenthürde gefallen. Die Berechnungen für ARD und ZDF sahen die

Mehr
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus verteidigt Direktmandat in Ludwigslust

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat bei der Landtagswahl am Sonntag das Direktmandat in seinem Wahlkreis verteidigt. Im Wahlkreis Ludwigslust-Parchim I

Mehr
Linke verdankt Wahlsieg in Berlin vor allem jüngeren Menschen

Die Linke verdankt ihren Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin vor allem jüngeren Menschen. Bei den 25- bis 34-Jährigen stimmte am Sonntag mit 49 Prozent fast jeder Zweite

Mehr

Top Meldungen

DIW-Chef kritisiert neuen Tankrabatt scharf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat die Entscheidung der Bundesregierung für einen

Mehr
VDA-Chefin fordert von Beschäftigten Veränderungsbereitschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor dem bundesweiten Aktionstag der IG Metall in der Autoindustrie fordert VDA-Präsidentin Hildegard Müller von den Gewerkschaften und

Mehr
Autoindustrie fordert von Gewerkschaften mehr Veränderungsbereitschaft

Mit Blick auf den von der IG Metall ausgerufenen Aktionstag am Montag fordert die Autoindustrie von den Arbeitnehmervertretern mehr Veränderungsbereitschaft. Wer sich dem trotz

Mehr