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Verzweifelte Suche nach Vermissten in Nepal - mehr als 1200 Flutopfer geborgen

  • AFP - 2. September 2026, 19:07 Uhr
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Trauerfeier in Kathmandu
Bild: AFP

Eine Woche nach der Flutkatastrophe im Himalaya suchen verzweifelte Familien in Nepal weiter nach ihren Angehörigen. Die Zahl der Todesopfer in Nepal und im benachbarten Tibet stieg derweil auf über 1200 an.

Eine Woche nach der Flutkatastrophe im Himalaya suchen verzweifelte Familien in Nepal weiter nach ihren Angehörigen. In der Hauptstadt Kathmandu standen am Mittwoch hunderte Menschen Schlange, um DNA-Proben abzugeben, in der Hoffnung, ihre Angehörigen unter den hunderten Leichen identifizieren zu können. Zugleich schwand die Hoffnung, in verschütteten Tunneln noch überlebende Arbeiter zu finden. Die Zahl der Todesopfer in Nepal und im benachbarten Tibet stieg derweil auf über 1200 an.

Die 21-jährige Susmita Lo sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe seit einer Woche keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. "Deshalb bin ich jetzt hier, um eine DNA-Probe abzugeben", sagte sie, während sie ihren sechsjährigen Neffen im Arm hielt, dessen Vater ebenfalls vermisst wird. "Nachts ruft er nach seinem Vater, aber wir haben ihm nicht gesagt, dass er vermisst wird, er ist noch zu jung", fügte die junge Frau hinzu. Da die Leichenhallen in Nepals Hauptstadt überfüllt sind, wurden einige der sterblichen Überreste bereits beerdigt. 

Viele Familien, die tagelang in Notunterkünften und Leichenhallen nach vermissten Angehörigen suchten, haben inzwischen aber keine Hoffnung mehr. In Nepal, wo die Hindus ihre Toten traditionell verbrennen, zündeten Trauerende am Mittwoch Strohpuppen an. Unter ihnen war etwa Dolma Newar Tamang, deren Mann bisher weder tot noch lebendig gefunden wurde. Das Ritual sei wichtig, "um seine Seele zu befreien, damit er Frieden und Glück findet, wo auch immer er ist", sagte die Frau.

Die Suche nach Überlebenden ging derweil weiter. Bisher wurden in den Tunneln keine Überlebenden gefunden, wie die nepalesische Katastrophenschutzbehörde bestätigte. Die Grabungen mussten stattdessen immer wieder in blockierten Tunnelschächten unterbrochen werden.

"Die Such- und Rettungsaktion läuft noch", sagte die Behördensprecherin Shanti Mahat der Nachrichtenagentur AFP. Auch Rettungsteams aus dem Ausland seien trotz großer Schwierigkeiten weiterhin in den Tunneln im Einsatz und versuchten "riesige Mengen an Schlamm und Geröll" zu beseitigen. Bisher aber weitgehend erfolglos: "In einigen Fällen war es schwierig, die Tunneleingänge zu finden, und selbst wenn sie gefunden wurden, waren die Tunnel dann im Inneren blockiert", berichtete Mahat.

Seit der Sturzflut werden insgesamt 639 Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Nepals Regierung war zunächst davon ausgegangen, dass mehr als hundert von ihnen in einem der verschütteten Tunnel überlebt haben könnten.

Am Montag hatten Rettungskräfte in zwei Tunneln insgesamt drei Leichen gefunden. Sie arbeiteten sich teilweise mehrere hundert Meter weit vor - die Suche endete aber immer in Bergen aus Schlamm und Geröll. "Wir haben Zugang zu allen Tunneln, aber es ist schwierig hineinzukommen", hatte Energieminister Biraj Bhakta Shrestha am Dienstag gesagt.

Inzwischen wurden in Nepal und Tibet 1225 Tote geborgen. 4757 Menschen wurden am Mittwoch zudem noch vermisst, darunter auch mehr als 800 Ausländer, die etwa auf Trekking- oder Pilgerreisen im Himalaya unterwegs waren. Nepals Regierung hofft zwar weiter auf die Rettung Vermisster. "Wunder geschehen", sagte Außenminister Shisir Khanal AFP. Daher wolle er die "Hoffnung noch nicht ganz aufgeben".

Die Sturzflut hatte am Mittwoch vergangener Woche ganze Ortschaften im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet zerstört. Ursache der Katastrophe war nach Einschätzung von Fachleuten aus China und den USA ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Die gigantische Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.

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