Wirtschaft

UN warnen vor Langzeitfolgen des Irankriegs für Hunger

  • dts - 19. August 2026
Bild vergrößern: UN warnen vor Langzeitfolgen des Irankriegs für Hunger
Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) und das Friedensforschungsinstitut SIPRI fürchten, dass der Iran-Krieg die Krisenregionen der Welt nachhaltig erschüttern wird. Die Folgen der Blockaden der Straße von Hormus, die Energie- und Düngemittelversorgung beeinträchtigten, "sind spürbar und werden anhalten", schreiben der Direktor des WFP Deutschland, Martin Frick, und SIPRI-Chef Karim Haggag in einem Gastbeitrag für das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochausgaben).

Globale Lieferketten brauchten demnach Monate, um sich zu stabilisieren. Die Weltmarktpreise für Grundnahrungsmittel seien auf dem höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Verteuerter Dünger, der etwa weite Teile Asiens und Sub-Sahara-Afrikas zur entscheidenden Zeit der Reisaussaat treffe, werde die Produktion weiter senken. Diese Entwicklung werde "die Zahl der Hungernden weiter wachsen lassen, selbst wenn sich die Lage im Nahen Osten doch entspannen sollte". Für die Schwächsten der Welt sei schon vor der neuesten Eskalation klar gewesen, dass diese Krise längst nicht ausgestanden ist, schreiben Frick und Haggag.

Sie forderten die Bundesregierung auf, die Ausgaben für die Bekämpfung von Hunger in der Welt deutlich zu erhöhen. "In einer Welt, die immer mehr in militärische Sicherheit investiert, wird der Beitrag von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit systematisch unterschätzt und als optionale `Charity` abgetan", schreiben sie weiter. "Doch wer Sicherheit ernst nimmt, kann an diesem Teil nicht sparen."

Die deutsche Öffentlichkeit zeige weiterhin große Solidarität im Kampf gegen den Hunger - die Höhe der Privatspenden sei stabil geblieben. "Dieses Maß an Verlässlichkeit sollte auch für den Bundeshaushalt gelten. Solide ausgestattete Hungerbekämpfung würde nicht mal 0,1 Prozent des Bundeshaushalts ausmachen", fordern Frick und Haggag. Der abrupte Rückgang von Hilfsgeldern könne in besonders abhängigen Regionen dagegen zu mehr Konflikten, Protesten und Gewalt führen.

Weitere Meldungen

Dröge wirft Merz Schweigen in Klimakrise vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Schweigen und Untätigkeit in der Klimakrise vorgeworfen.

Mehr
Deutsche Exporte legen im ersten Halbjahr zu

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Mit einem Wert von 817,8 Milliarden Euro sind die deutschen Exporte im 1. Halbjahr 2026 um 3,9 Prozent gestiegen und lagen damit um 31,0

Mehr
Erzeugerpreise im Juli gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland sind im Juli 2026 um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Wie das

Mehr

Top Meldungen

Gastgewerbeumsatz im Juni gesunken

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Das Gastgewerbe in Deutschland hat im Juni 2026 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kalender- und

Mehr
Sachsens Wirtschaftsminister: VW-Zukunft hängt an Zwickau

Zwickau (dts Nachrichtenagentur) - Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) ist überzeugt, dass Volkswagen eine gute Zukunft nur mit dem VW-Werk in Zwickau-Mosel haben

Mehr
Foodwatch warnt vor Ashwagandha-Produkten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch warnt vor einer Lebensmittelneuheit, die bislang vor allem online verkauft worden ist, aber jetzt

Mehr