In Großbritanniens Hauptstadt London haben sich tausende Menschen an einer Mahnwache für den nach Plagiatsvorwürfen tot aufgefundenen Cambridge-Professor Jason Arday beteiligt. Die Organisatoren der Kundgebung am Montagabend auf dem Trafalgar Square sprachen von rund 30.000 Teilnehmern, was die Nachrichtenagentur AFP nicht unmittelbar bestätigen konnte. Viele waren in Schwarz gekleidet und trugen Rosen und Sonnenblumen sowie Banner mit der Aufschrift "Rest in Power Professor Jason Arday".
Ardays Familie nahm nicht an der von der Organisation Stand Up To Racism organisierten Mahnwache teil, veröffentlichte jedoch eine Erklärung, die der Menge vorgelesen wurde. Darin dankte sie den Unterstützern für ihre "Liebe, Unterstützung und Trauer". "Die öffentliche Grausamkeit, der Jason ausgesetzt war, war für keinen Menschen zu ertragen", hieß es in der Erklärung weiter. "Seine Leistungen waren groß, und wir wollen nicht, dass Verzerrungen seines Charakters sie überschatten."
Die Abgeordnete Diane Abbott, die erste schwarze Frau, die je ins britische Parlament gewählt wurde, sprach in einer Rede vor den Teilnehmern der Mahnwache von einer "Kampagne gegen uns alle".
Arday hatte vor drei Jahren als jüngster schwarzer Professor der britischen Elite-Universität Cambridge Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Am 5. August war der 41-Jährige von seinem Posten als Professor für Bildungssoziologie zurückgetreten, nachdem zahlreiche Medien über Plagiatsvorwürfe und Zweifel an seinen Angaben zu seinem Lebenslauf berichtet hatten. Er habe "die Grenze dessen erreicht, was irgendeinem Menschen vernünftigerweise zugemutet werden sollte", erklärte Arday.
Am Freitag wurde er schließlich tot in Battersea im Süden Londons aufgefunden. Die Polizei stufte seinen Tod vorerst nicht als verdächtig ein. Sie vermutet einen Suizid oder einen natürlichen Tod. Ardays Familie bestätigte seinen Tod und sprach von einer "Mobbing-Kampagne" voller Gerüchte über die akademische Arbeit und das Privatleben des Soziologen.Â
Die 69-jährige pensionierte Legasthenie-Lehrerin Claire Lynch sagte AFP am Rande der Mahnwache, sie sei von dem, was Arday widerfahren sei, "entsetzt" gewesen. Sie sprach von einer "Jagd". Der 89-jährige Alex Pascall sagte, Ardays Tod müsse als "Weckruf" dienen. Es sei "an der Zeit, dass solche Dinge aufhören".
Die Vorwürfe gegen Arday wurden insbesondere von dem US-Forscher Nathan Cofnas aufgebracht, der die Cambridge-Universität 2024 wegen Rassismus-Vorwürfen verlassen musste. Cofnas' Vorwürfe wurden von rechtsgerichteten Zeitungen und Kommentatoren aufgegriffen, die Arday als "Aushängeschild" für Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme bezeichneten. Am Montag verurteilte Cambridge-Rektor Chris Smith einen "rassistischen Wahn" im Zusammenhang mit Plagiatsvorwürfen.
Lifestyle
London: Tausende bei Mahnwache für tot aufgefundenen Cambridge-Professor Arday
- AFP - 17. August 2026, 22:36 Uhr
In London haben sich tausende Menschen an einer Mahnwache für den nach Plagiatsvorwürfen tot aufgefundenen Cambridge-Professor Jason Arday beteiligt. Die Organisatoren sprachen von rund 30.000 Teilnehmern.
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