Angesichts der Diskussion um einen möglichen neuen Zivildienst haben der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) konkrete Forderungen formuliert. "Ein Zivildienst müsste mindestens neun, besser zwölf Monate lang sein, damit die jungen Menschen auch die Chance haben, etwas zu lernen und eine Verbindung zu ihrer Aufgabe herzustellen", sagte der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).Â
Außerdem müsste der Qualifizierungsanteil deutlich erhöht werden, forderte der ASB-Chef. "Ohne echte Qualifizierung und mit kürzerer Dauer sitzen die Leute nur ihre Zeit ab, das ist weder in ihrem Interesse noch in unserem." Wichtig wäre zudem die freie Wahl der Einsatzstelle und eine Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste. "Wer also zum Beispiel schon ein FSJ gemacht hat oder sich ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz engagiert, soll nicht nochmal ranmüssen."
Der ASB habe grundsätzlich gute Erfahrungen mit freiwilligen Diensten gemacht, betonte Fleckenstein. Deshalb sei sein Verband kein Anhänger von Zivil- und Ersatzdienst. Sollte ein solcher aber kommen, könnten etwa 2000 sogenannte Zivis beim ASB beschäftigt werden. Der Aufbau der entsprechenden Strukturen würde drei bis sechs Monate dauern. Wichtig ist laut ASB zudem, dass der Bund den Großteil der Kosten übernehmen würde. "Ein neuer Zivildienst darf nicht zulasten der Einrichtungen gehen", betonte Fleckenstein.
Auch DRK-Präsident Hermann Gröhe verwies darauf, dass die Finanzierung geklärt und die notwendige Zeit für die Vorbereitungen gegeben sein müssten. Er forderte für den Fall einer Wiedereinführung der Wehrpflicht eine vorausschauende Planung auch für den Zivildienst. "Kommt die Wehrpflicht zurück, braucht es auch wieder einen Zivildienst", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
"Wenn ein neuer Zivildienst kommen soll, muss deshalb jetzt vorausschauend geplant werden", sagte Gröhe. "Dafür braucht es ausreichend Zeit für den Aufbau und eine verlässliche Finanzierung für die Träger der Einsatzstellen im Zivildienst." Beides müsse frühzeitig gesichert sein, forderte der DRK-Präsident. "Bleibt es dagegen bei einer Aussetzung der Wehrpflicht, brauchen wir eine deutliche Stärkung der Freiwilligendienste. Wer sich freiwillig einsetzt, braucht bessere Rahmenbedingungen."
Die Bundesregierung bereitet derzeit die Grundlagen für einen neuen Zivildienst vor. Falls die Wehrpflicht wieder eingesetzt würde, "müsste es ja auch einen entsprechenden Ersatzdienst geben", sagte Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) am Dienstag zur Begründung den Sendern RTL und ntv. Im zuständigen Bundesfamilienministerium liefen deshalb bereits Vorbereitungen auf "unterschiedliche Situationen und Szenarien".
Brennpunkte
Möglicher neuer Zivildienst: ASB und DRK stellen konkrete Forderungen
- AFP - 5. August 2026, 03:08 Uhr
Angesichts der Diskussion um einen möglichen neuen Zivildienst haben der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) konkrete Forderungen formuliert.
Weitere Meldungen
Eine Frau ist bei einem Gewitter und starkem Seegang auf dem Bodensee von einem Motorboot gefallen und verschwunden. Die 65-Jährige war am Mittwochabend mit ihrem 68-jährigen
MehrBei Abbrucharbeiten in Celle ist ein Arbeiter durch einen umgekippten Bagger tödlich verletzt worden. Ein Feuerwehrmann wurde bei der Bergung des Mannes am Mittwochnachmittag
MehrDer menschengemachte Klimawandel hat die Wahrscheinlichkeit für die Waldbrände in Kanada in diesem Jahr Forschern zufolge etwa verdoppelt. Die höhere Erdtemperatur sorge für
MehrTop Meldungen
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der Dienstleistungssektor in Deutschland hat im Mai 2026 kalender- und saisonbereinigt real 1,5 Prozent und nominal 1,9 Prozent mehr Umsatz
MehrWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Deutschland ist im Jahr 2025 um 2,8 Prozent oder 13.100 auf 461.900 gesunken. Das
MehrDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Im Streit um die Rente mit 63 fordert NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), die Rentenreform vollständig umzusetzen. Die
Mehr














