Der Sohn von Brasiliens ultrarechtem Ex-Staatschef Jair Bolsonaro, Flávio Bolsonaro, ist offiziell zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Oktober gekürt worden. Der Senator wurde am Samstag beim Parteitag seiner rechtsgerichteten Liberalen Partei in São Paulo zum Herausforderer des linken Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva bestimmt.
"Ich bin vielleicht ruhiger, lächelnder, gefasster und moderater, aber hier fließt das Blut von Bolsonaro", sagte der 45-Jährige und schlug sich dabei mehrfach in die Armbeuge. Er warnte, Brasilien könnte sich bei einer Wiederwahl Lulas in Richtung einer "Diktatur" bewegen.
Der im Gefängnis sitzende Jair Bolsonaro nahm nur in Form eines KI-generierten Videos an dem Parteitag teil. Die brasilianische Justiz hat dem Ex-Präsidenten öffentliche Äußerungen verboten.
Dafür nahm Argentiniens Rechtsaußen-Präsident Javier Milei an dem Parteitag teil und warb für Flávio Bolsonaro. "Ich glaube fest daran, dass niemand in der Lage ist wie er, mit dem Risiko Lula fertig zu werden, das über Brasilien schwebt", sagte der umstrittene Staatschef des Nachbarlandes. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach Bolsonaro seine Unterstützung in einem Video aus.
Der 80-jährige Lula will sich bei der Präsidentschaftswahl im Herbst um eine weitere Amtszeit an der Spitze des südamerikanischen Landes bewerben. Er hatte Amtsinhaber Jair Bolsonaro bei der Präsidentschaftswahl 2022 knapp besiegt.
Anfang 2023 stürmten dann tausende Bolsonaro-Anhänger das Regierungsviertel in der Hauptstadt BrasÃlia. Sie attackierten und verwüsteten das Parlament, das Oberste Gericht und den Präsidentenpalast. Die Szenen erinnerten an den Angriff von Anhängern des damals abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington zwei Jahre zuvor. Bolsonaro hatte Lulas Wahlsieg nicht explizit anerkannt und immer wieder von Wahlbetrug gesprochen.
Das Oberste Gericht Brasiliens verurteilte den ultrarechten Ex-Staatschef im September vergangenen Jahres wegen eines geplanten Umsturzes zu gut 27 Jahren Gefängnis. Er wurde schuldig gesprochen, eine "kriminelle Organisation" angeführt zu haben, um seine 2022 erlittene Wahlniederlage gegen Lula zu kippen. Im November trat der 71-Jährige seine Haftstrafe an.
Deswegen will nun sein Sohn Flávio Bolsonaro in die Fußstapfen seines Vaters treten. Der 45-Jährige hat in Umfragen zuletzt an Zustimmung eingebüßt, maßgeblich wegen eines Finanzskandals und einer öffentlich ausgetragenen Fehde mit seiner Stiefmutter, der ehemaligen First Lady Michelle Bolsonaro.
Außerdem könnten Bolsonaro die guten Verbindungen der Familie zu US-Präsident Donald Trump gefährlich werden. Trump hat zuletzt Strafzölle gegen Brasilien verhängt.Â
Brennpunkte
Bolsonaro-Sohn Flávio zum Präsidentschaftskandidaten in Brasilien gekürt
- AFP - 25. Juli 2026, 22:29 Uhr
Der Sohn von Brasiliens ultrarechtem Ex-Staatschef Jair Bolsonaro, Flávio Bolsonaro, ist offiziell zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Oktober gekürt worden. Der Senator wird den linken Amtsinhaber Lula da Silva herausfordern.
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