Brennpunkte

Dobrindt verteidigt Einschränkung des Schutzes für Ukrainer

  • dts - 18. Juli 2026, 10:00 Uhr
Bild vergrößern: Dobrindt verteidigt Einschränkung des Schutzes für Ukrainer
Hilfsgüter für Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verteidigt die geplante Einschränkung des Schutzes für wehrpflichtige ukrainische Männer. Politisch halte er das für angebracht bei einem Land, das Deutschland maßgeblich militärisch unterstütze, um seinen Widerstand gegen Putins Angriffskrieg zu organisieren, sagte der Minister der "Welt am Sonntag".

Wenn die sogenannte Massenzustrom-Richtlinie auf wehrpflichtige Männer nicht mehr zutreffe und ein positives Asylverfahren nicht infrage komme, gebe es eine "logische Konsequenz", so Dobrindt: Für diese Menschen bestehe eine Ausreisepflicht in die Ukraine. Die EU-Staaten hatten sich vergangene Woche darauf geeinigt, nur noch denjenigen Männern pauschal Schutz zu gewähren, die ihren "militärischen Verpflichtungen" in der Ukraine nachgekommen sind. Laut Dobrindt steht anderen Männern zwar grundsätzlich der Asylweg offen. Allerdings sind die Aussichten auf Schutz wohl gering. Flucht vor Wehrpflicht sei kein Asylgrund, so der Innenminister.

Dobrindt dämpfte zugleich Erwartungen an Abschiebezentren außerhalb der EU, sogenannte Return Hubs. Der erste Schritt sei, dass man Vereinbarungen mit Drittländern finde. Er gehe davon aus, dass das dieses Jahr gelinge, sagte er. Der Aufbau eines solchen Return Hubs sei aber anschließend ein dickes Brett, das es danach zu bohren gelte. Es handle sich um einen Prozess, den man nach und nach gestalten müsse.

Auf die Frage, wie viele abgelehnte Asylbewerber in die Return Hubs verbracht werden sollen, sagte Dobrindt, Ziel sei es, die Zahl der Rückkehrer zu steigern, bei erzwungener wie bei freiwilliger Ausreise. Diese sei zuletzt bereits gestiegen. Von Mai 2025 bis Mai dieses Jahres seien über 42.000 Menschen durch Abschiebemaßnahmen und geförderte freiwillige Ausreise in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Das seien 2.000 Menschen mehr als im Vergleichszeitraum ein Jahr davor.

Weitere Meldungen

Hitzeschutz: Hubig will Einbau von Klimaanlagen für Mieter erleichtern

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will mit Gesetzesänderungen Mietern den Einbau von Klimaanlagen und Sonnenblenden erleichtern. Auch die "klassische Rechtspolitik"

Mehr
Knobloch sieht Parallelen zwischen AfD und NSDAP vor Machtübernahme

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sieht in der AfD eine Gefahr für die

Mehr
Alhambra in Granada nach zweitem Erdbeben wegen Schäden geschlossen

Nach dem zweiten Erdbeben in der südspanischen Stadt Granada binnen weniger Tage ist die berühmte Alhambra am Dienstag wegen Schäden an dem Komplex geschlossen worden. Eine

Mehr

Top Meldungen

Finanzminister weist Unionskritik an Steuerreform zurück

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die Kritik aus der Union an seinem Entwurf für die geplante Einkommenssteuerreform scharf

Mehr
Hitzeschutz: SPD warnt Union vor "Hickhack" bei Grundgesetzänderung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Chef Lars Klingbeil hat die Union aufgefordert, eine mögliche Grundgesetzänderung für mehr Anpassung an die Folgen der Erderhitzung nicht

Mehr
Umfrage: Mehrheit sieht wirtschaftliche Lage als großes Problem

Köln (dts Nachrichtenagentur) - 79 Prozent der Befragten einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sehen die wirtschaftliche Situation im August als eines der drei

Mehr