Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die hohen Kosten für die Renovierung seines Amtssitzes, des Berliner Schlosses Bellevue verteidigt. Ohne die Sanierung könne das Gebäude "in dieser Form nicht länger als repräsentativer Sitz genutzt werden", sagte Steinmeier am Sonntag im ZDF-"Sommerinterview". Er wies darauf hin, dass der Bau 250 Jahre alt sei.
Schloss Bellevue und weitere Gebäude auf dem Gelände werden derzeit renoviert. Steinmeier wies darauf hin, dass in dem Schloss unter anderem mittlerweile die Tragfähigkeit der Decken eingeschränkt sei. Zudem gehe es bei dem Bauvorhaben um ein weiteres Gebäude, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundespräsidenten arbeiten. Dabei handelt es sich um das ab 1995 errichtete Präsidialamt.
Steinmeier erinnerte auch daran, dass der Amtssitz in den 1990er Jahren unter unzulässigen Verhältnissen in Betrieb genommen worden sei. So seien Kabel nicht ordnungsgemäß verlegt worden. "Und das ist das kostentreibende Stück bei dem Gesamtvorhaben", nicht etwa das eigentliche Schloss, gab er zu bedenken.
Das ZDF bezifferte die Baukosten mit insgesamt rund einer Milliarde Euro. Das Präsidialamt gibt die Gesamtkosten für Bau und Planung auf seiner Internetseite mit rund 600 Millionen Euro an, davon 146 Millionen Euro für Schloss Bellevue selbst. Enthalten sind auch der Bau einer neuen Technikzentrale sowie Kosten für Sicherheitseinrichtungen. Kalkuliert wird zudem mit einer Risikoreserve von 188 Millionen Euro sowie einer Vorsorge für Baupreissteigerungen von 71 Millionen Euro.
Der Bundespräsident war wegen der Renovierung am Freitag in einen Ersatz-Amtssitz am Berliner Spreebogen umgezogen. Neben dem Schloss selbst werden auch mehrere Nebengebäude saniert. Anschließend soll die Liegenschaft weitgehend klimaneutral betrieben werden können.
Die klassizistische Dreiflügelanlage war ab 1785 als Sommerresidenz für den preußischen Prinzen August Ferdinand errichtet und seitdem mehrmals umgebaut worden. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude in den 1950er Jahren originalgetreu wiederaufgebaut. Vor gut 20 Jahren fanden erneut umfangreiche Sanierungsarbeiten statt.
Steinmeiers Amtszeit endet im Frühjahr 2027. Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin dürfte die gesamte fünfjährige Amtszeit in dem Ausweichgebäude verbringen. Das ZDF-Sommerinterview mit Steinmeier, das Sonntagabend ausgestrahlt wird, wurde am zweiten Amtssitz des Bundespräsidenten aufgezeichnet, der Villa Hammerschmidt in Bonn.
Politik
Steinmeier verteidigt hohe Kosten für Schloss Bellevue
- AFP - 12. Juli 2026, 15:19 Uhr
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die hohen Kosten für die Renovierung seines Amtssitzes, des Berliner Schlosses Bellevue verteidigt. Ohne die Sanierung könne das Gebäude in dieser Form nicht länger als repräsentativer Sitz genutzt werden.
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