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Weiterer Schlag gegen Betrugsnetzwerk in Autohandel mit hohem Millionenschaden

  • AFP - 10. Juli 2026, 09:54 Uhr
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Handschellen
Bild: AFP

Im Zusammenhang mit einem Umsatzsteuerbetrug im Autohandel mit einem Gesamtschaden von rund 300 Millionen Euro ist den Ermittlern ein weiterer Schlag gelungen. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, wie das Zollfahndungsamt in Essen mitteilte.

Im Zusammenhang mit einem großangelegten Umsatzsteuerbetrug im Autohandel mit einem Gesamtschaden von rund 300 Millionen Euro ist den Ermittlern ein weiterer Schlag gelungen. Zwei Verdächtige wurden am Donnerstag festgenommen, wie das Zollfahndungsamt in Essen am Freitag mitteilte. Sie sollen an dem mutmaßlichen internationalen Betrugsnetzwerk beteiligt gewesen sein. Insgesamt wurden bislang mehr als 70 Beschuldigte identifiziert.

Die Ermittlungen gehen auf einen von der Europäischen Staatsanwaltschaft geführten Komplex namens "Huracán" zurück. Bereits im Juni 2023 wurden europaweit mehr als 500 Objekte durchsucht. Neun Täter wurden in diesem Komplex bereits rechtskräftig verurteilt. Die Freiheitsstrafen liegen zwischen zwei und sieben Jahren.

Weitere Ermittlungen führten nun zu den Festnahmen in Deutschland und den Niederlanden. Darüber hinaus gingen die Ermittler auch in Polen gegen das Netzwerk vor. Bei den Durchsuchungen in den drei Ländern beschlagnahmten die Beamten demnach zahlreiche Beweismittel, darunter digitale Daten, Waffen, Bargeld und Schmuck. Zudem wurden Luxusfahrzeuge und Immobilien im Wert von mehr als zweieinhalb Millionen Euro beschlagnahmt.

Die zwei festgenommenen Verdächtigen sollen Autos von bereits verurteilten Hauptbeschuldigten gekauft und anschließend an Autohändler in Deutschland und anderen europäischen Ländern weiterverkauft haben - vor allem in den Niederlanden und Portugal. Die Autos seien dabei als "Differenzbesteuerungsfahrzeuge" ausgewiesen worden, hieß es weiter.

Dadurch hätten Händler Umsatzsteuer nur auf ihre Gewinnspanne zahlen müssen und nicht auf den gesamten Nettowert des Fahrzeugs. Allein hierdurch soll ein Steuerschaden von mehr als 3,2 Millionen Euro entstanden sein.

Der mutmaßliche Betrugsnetzwerk soll zwischen 2017 und Juni 2023 einen Steuerschaden von rund 300 Millionen Euro verursacht haben. Laut den Behörden handelt es sich um einen der größten Umsatzsteuerbetrugskomplexe im europäischen Fahrzeughandel. Insgesamt konnten bislang Vermögenswerte in Höhe von rund 15 Millionen Euro gesichert werden.

Die Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Kernzelle des Netzwerks in Nordrhein-Westfalen laufen seit 2021. An den Ermittlungen ist auch das nordrhein-westfälische Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität beteiligt.

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