Finanzen

Hitzetote: Greenpeace will bessere Finanzierung von Hitzeschutz

  • dts - 9. Juli 2026, 15:01 Uhr
Bild vergrößern: Hitzetote: Greenpeace will bessere Finanzierung von Hitzeschutz
Rettungswagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der hohen Zahl an Todesfällen aufgrund der Hitzewelle Ende Juni drängt Greenpeace auf verstärkte Schutzmaßnahmen.

"Wirksamer Hitzeschutz beginnt in den Kommunen", sagte Mauricio Vargas, Finanzexperte der Friedens- und Umweltschutzorganisation am Donnerstag. "Städte und Gemeinden müssen jetzt finanziell in die Lage versetzt werden, Menschen vor extremer Hitze zu schützen. Dafür brauchen sie verlässliche Einnahmen: für schattige Schulhöfe, Schwimmbäder, entsiegelte und begrünte Flächen, kühle Aufenthaltsorte für ältere Menschen und hitzefeste Infrastruktur."

Vargas forderte den Bund auf, den Kommunen mehr Geld zur Verfügung zu stellen. "Eine Steuer auf besonders große Vermögen wäre verursachergerecht: Sie würde jene stärker beteiligen, die besonders viel zur Klimakrise beitragen - und Kommunen bei dringend notwendigen Investitionen in den Hitzeschutz entlasten", erklärte der Greenpeace-Experte.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gab es allein in der Woche vom 22. bis zum 28. Juni, als Temperaturen von bis zu 41,7 Grad gemessen wurden, 4.310 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. Bis Ende Juni sind nach den Modellrechnungen des RKI in diesem Jahr rund 5.100 Menschen gestorben.

Hitzewellen verursachen in Europa mehr Todesfälle als alle anderen Naturkatastrophen zusammen. Sie werden durch die menschengemachte Erderwärmung stärker und wahrscheinlicher. Der Effekt wird weiter verstärkt, solange zusätzliche Treibhausgase etwa durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas in die Atmosphäre gebracht werden.

Laut einer Analyse der wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution (WWA) wären die Temperaturen der Hitzewelle Ende Juni 2026 noch im Jahr 1976 "praktisch unmöglich" und auch zu jeder anderen Jahreszeit höchst unwahrscheinlich gewesen. Im Jahr 2003, als die erste große Hitzewelle dieses Jahrhunderts auftrat, wären solche Tageshöchsttemperaturen noch sehr selten gewesen. Nachttemperaturen wie in diesem Juni wären 2003 mehr als hundertmal unwahrscheinlicher gewesen.

Weitere Meldungen

Geringverdiener nutzen Mobilitätsprämie immer seltener

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Trotz hoher Energiepreise nehmen immer weniger geringverdienende Pendler die sogenannte Mobilitätsprämie in Anspruch. Das geht aus aktuellen

Mehr
Commerzbank-Chefin: Verteidigungsstrategie nicht gescheitert

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp sieht den Ausbau der Unicredit-Beteiligung auf fast 50 Prozent der Stimmrechte nicht als Scheitern

Mehr
Bargeld per App: EU-Parlament stimmt für Einführung des digitalen Euro

Das Europaparlament hat für die Einführung eines digitalen Bargelds in Europa gestimmt. Die Abgeordneten beschlossen am Dienstag in Straßburg einen Entwurf für den nötigen

Mehr

Top Meldungen

Betriebsrat und IG Metall machen mobil gegen drastische Sparpläne bei Volkswagen

Betriebsrat und Gewerkschaft bei Volkswagen machen mobil gegen "Brutalo-Pläne" des Vorstands: An allen VW-Standorten in Deutschland protestierten am Donnerstag

Mehr
SoVD kritisiert GKV-Gesetz als Belastungspaket

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat seine Kritik an der geplanten GKV-Reform erneuert. Das Spargesetz bleibe ein "Belastungspaket für

Mehr
SPD begrüßt Bundesbank-Bereitschaft zur Kapitalrente

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, begrüßt die Bereitschaft der Bundesbank, die

Mehr