Finanzen

Commerzbank-Chefin: Verteidigungsstrategie nicht gescheitert

  • dts - 9. Juli 2026, 13:03 Uhr
Bild vergrößern: Commerzbank-Chefin: Verteidigungsstrategie nicht gescheitert
Commerzbank-Tower (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp sieht den Ausbau der Unicredit-Beteiligung auf fast 50 Prozent der Stimmrechte nicht als Scheitern der eigenen Strategie.

"Als wir im September 2024 gestartet sind, war der Aktienkurs noch nicht da, wo er sein sollte. Wir haben seither eingelöst, was wir dem Markt und den Investoren versprochen haben. Wir wollten Wert schaffen und keine Abwehrstrategie verfolgen, die Wert vernichtet. Das haben wir eindrücklich bewiesen", sagte die Managerin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe). Man habe ein Rekordjahr 2025 hinter sich, sehr ambitionierte Ziele für 2026 und die Folgejahre.

Unicredit hatte nach dem Aktientauschangebot seinen Zugriff auf knapp die Hälfte der Stimmrechte ausgebaut. Nach Orlopps Darstellung stehen diese faktisch aber erst nach der Genehmigung der Europäischen Zentralbank zur Verfügung. Von einer qualifizierten Hauptversammlungsmehrheit von 75 Prozent sei Unicredit weiterhin entfernt. Orlopp sagte, die Commerzbank wolle weiter konstruktiv mit Unicredit sprechen, betonte aber zugleich die schwierige Lage, weil der italienische Großaktionär zugleich Wettbewerber sei. "Unicredit ist ein Wettbewerber, und das bringt Unruhe mit sich", sagte sie.

Für das tägliche Geschäft ändere sich zunächst aber nichts. Die Bank teile Informationen mit Unicredit wie mit anderen Investoren auch, solange es nicht um vertrauliche Themen gehe. Orlopp machte zugleich deutlich, dass Unicredit für eine vollständige Integration mehr brauche als Kontrolle, nämlich strukturelle Maßnahmen, qualifizierte Mehrheiten und die Unterstützung von Management, Aufsichtsrat, Arbeitnehmervertretern und dem Bund als zweitgrößtem Aktionär. "Solange es keinen Beherrschungsvertrag, keine Verschmelzung, keinen Squeeze-out gibt, muss ich unabhängig agieren", sagte Orlopp.

Weitere Meldungen

Geringverdiener nutzen Mobilitätsprämie immer seltener

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Trotz hoher Energiepreise nehmen immer weniger geringverdienende Pendler die sogenannte Mobilitätsprämie in Anspruch. Das geht aus aktuellen

Mehr
Bargeld per App: EU-Parlament stimmt für Einführung des digitalen Euro

Das Europaparlament hat für die Einführung eines digitalen Bargelds in Europa gestimmt. Die Abgeordneten beschlossen am Dienstag in Straßburg einen Entwurf für den nötigen

Mehr
Merz verkündet Einigung bei Tomahawk-Kauf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die US-Regierung hat laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dem Verkauf von weitreichenden Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland

Mehr

Top Meldungen

Linken-Chefin wirft Merz Realitätsferne vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat Bundeskanzler Friedrich Merz nach dessen Regierungserklärung Realitätsferne vorgeworfen. Das berichtet .

Mehr
Schweinehalterin warnt vor weiteren Betriebsaufgaben

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts niedriger Erzeugerpreise sorgen sich Schweinehalter um die Zukunft. "Es werden weitere Betriebe aufgeben, sogar große Betriebe

Mehr
Zahl der Zwangsversteigerungen legt immer schneller zu

Ratingen (dts Nachrichtenagentur) - Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien in Deutschland legt immer schneller zu. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 7.845 Immobilien mit

Mehr