Wirtschaft

Wirtschaftsverbände warnen vor Risiken für Datenverkehr mit USA

  • dts - 9. Juli 2026, 06:29 Uhr
Bild vergrößern: Wirtschaftsverbände warnen vor Risiken für Datenverkehr mit USA
Netzwerk-Patchpanel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Führende Wirtschaftsverbände warnen nach einem Urteil des Obersten Gerichts der USA vor erheblichen Risiken für den transatlantischen Datenverkehr. Unternehmen benötigten verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen. Mit dem US-Urteil sei das nicht mehr gewährleistet, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Dirk Jandura, dem "Handelsblatt". "Die potenziellen Zugriffsrechte der US-amerikanischen Administration erhöhen nun das Risiko für Unternehmen. Diese Unsicherheit ist schlecht für unsere Wirtschaft."

Der Supreme Court hat Ende Juni die Unabhängigkeit der US-Aufsichtsbehörde FTC faktisch beendet. Künftig kann der Präsident die FTC-Kommissare ohne besonderen Grund entlassen. Die Behörde spielt eine zentrale Rolle beim EU-US-Datenabkommen. Die EU-Kommission hatte die Erlaubnis für den Datentransfer in die USA unter anderem auf die Unabhängigkeit der FTC gestützt. Jandura sieht Brüssel am Zug. Die EU-Kommission dürfe "nicht zulassen, dass Unternehmen kurz- und mittelfristig Rechtsunsicherheiten und damit wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt sind". Die Datendienstleistungen von US-Cloud-Anbietern müssten verfügbar bleiben.

Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnt vor Folgen für Unternehmen. "Aufgrund der derzeitigen Situation bestehen hohe Haftungsrisiken zulasten der Unternehmen", sagte DIHK-Chefjustiziar Stephan Wernicke dem "Handelsblatt". Unternehmen sollten bestehende Datenübermittlungen überprüfen und sich unter anderem mit Standardvertragsklauseln absichern. Der damit verbundene Aufwand sei allerdings "erheblich und rechtlich kaum zu bewältigen".

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hält einen verlässlichen und rechtssicheren transatlantischen Datenverkehr für unverzichtbar für die deutsche Industrie. Die EU-Kommission solle daher "keine vorschnellen Schlüsse ziehen", sagte BDI-Experte Michael Dose dem "Handelsblatt". Selbst bei einem Wegfall des Datenabkommens wäre der Datentransfer nicht automatisch rechtswidrig. Allerdings drohten dann "erhebliche Rechtsunsicherheit, zusätzliche Compliance-Aufwände, Investitionshemmnisse und Hürden für digitale Geschäftsmodelle".

Weitere Meldungen

Bund erhöht Mittel für Wasserstraßen auf 1,2 Milliarden Euro

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach dem Niedrigwasser will die Bundesregierung den Ausbau der Wasserstraßen verstärken. "Die Bundesregierung wird noch mehr Gelder als geplant

Mehr
Länder klagen wegen hoher Trassenpreise

Saarbrücken (dts Nachrichtenagentur) - Die Länder wollen wegen der gestiegenen Trassenpreise vor Gericht ziehen. Die Klage sei vorbereitet und werde in den nächsten Tagen beim

Mehr
Evers wirft Berliner Linken Verschärfung der Wohnungskrise vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat der Berliner Linken eine Verschärfung der Wohnungskrise vorgeworfen. Der Wohnungsbau werde zurückgehen,

Mehr

Top Meldungen

Verdi und Klima-Allianz drängen auf Investitionen in Wärmewende

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Klima-Allianz Deutschland haben anlässlich des Kabinettsbeschlusses am Mittwoch zum

Mehr
IW befürwortet Euro-Bonds

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, schlägt eine gemeinsame europäische

Mehr
Angriffe auf deutsche Wirtschaft: Spur führt häufiger zu ausländischen Geheimdiensten

Angriffe auf die deutsche Wirtschaft in Form von Datendiebstahl oder Sabotage werden von den Unternehmen immer häufiger fremden Nachrichtendiensten zugeordnet. Zwar bleibe die

Mehr