Brennpunkte

Albanien: Menschenrechtler kritisieren Polizeigewalt bei Protesten

  • AFP - 4. Juli 2026, 16:11 Uhr
Bild vergrößern: Albanien: Menschenrechtler kritisieren Polizeigewalt bei Protesten
Demonstranten in Tirana fliehen vor Tränengas
Bild: AFP

Albanische Menschenrechtler haben übermäßige Polizeigewalt bei den seit Wochen andauernden Protesten gegen ein Bauprojekt verurteilt, das mit der Familie von US-Präsident Donald Trump in Verbindung steht.

Albanische Menschenrechtler haben übermäßige Polizeigewalt bei den seit Wochen andauernden Protesten gegen ein Bauprojekt verurteilt, das mit der Familie von US-Präsident Donald Trump in Verbindung steht. Das Albanische Helsinki-Komitee (AHK) zeigte sich am Samstag besorgt über die zunehmende Eskalation der Lage bei den Protesten. Am Donnerstag waren bei gewaltsamen Ausschreitungen vor dem Parlamentssitz in Tirana 15 Polizisten und 25 Demonstrierende verletzt worden.

Gewalttaten einzelner könnten nicht die unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt durch die Polizei rechtfertigen, erklärte das AHK. Der Protest sei zumeist friedlich und einzelne Vorfälle dürften nicht allen Demonstranten zugeschrieben werden. Die Polizei habe ohne Warnung Tränengas eingesetzt und am Boden liegende Menschen geschlagen. "Das ist nicht hinnehmbar und erfordert eine sofortige, unabhängige und wirksame Untersuchung", betonten die Menschenrechtler.

Seit Ende Mai gibt es in Albanien tägliche Proteste gegen den geplanten Bau eines Luxushotels im Naturschutzgebiet Zvernec an der Südwestküste, das mit Trumps Tochter Ivanka Trump und deren Ehemann Jared Kushner in Verbindung steht. 

Vorgestellt wurde das Bauprojekt bereits 2024. Die Proteste gegen den Tourismuskomplex begannen, als Ende Mai Stacheldraht und Bulldozer an Stränden in Zvernec auftauchten. Mittlerweile haben sich die Demonstrationen zu einer breiteren Bewegung ausgeweitet: Die Menschen protestieren jeden Tag gegen Korruption, steigende Lebenshaltungskosten, Probleme im Gesundheitswesen, niedrige Renten und fehlende Perspektiven für junge Menschen. Dabei werden zunehmend auch Rücktrittsforderungen gegen Regierungschef Edi Rama laut. 

Weitere Meldungen

Rheinmetall-Chef spricht von Rückschlag nach Fregatten-Aus

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat das Aus für das Fregatten-Projekt F126 als Rückschlag bezeichnet. "Das Aus für das F126-Projekt war ein

Mehr
US-Außengebiete im Pazifik bereiten sich auf Supertaifun "Bavi" vor

Die Bewohner der US-Außengebiete Guam und Nördliche Marianen im Pazifik haben sich am Samstag auf die Ankunft von Supertaifun "Bavi" vorbereitet. Feierlichkeiten zum 250.

Mehr
Kiew dementiert Fall von Kostjantyniwka - Ukrainischer Drohnenangriff auf St. Petersburg

Im Ukraine-Krieg haben Kiew und Moskau am Samstag widersprüchliche Darstellungen zur Lage in der strategisch wichtigen Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine abgegeben.

Mehr

Top Meldungen

Kassen warnen vor Verwässerung der Gesundheitsreform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Krankenkassen-Spitzenverband warnt vor einem Aufweichen der Gesundheitsreform. "In den ersten Monaten des Jahres sind die Ausgaben der

Mehr
Ökonomen warnen vor zu großen Erwartungen an Reformen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Ökonomen haben mit Blick auf das Reformpaket der Bundesregierung vor zu großen Erwartungen gewarnt. Der technologische Rückstand gehe von

Mehr
RWE sieht Korrekturbedarf bei Kraftwerksgesetz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Kraftwerksbetreibers RWE, Markus Krebber, sieht Korrekturbedarf bei dem von

Mehr