Brennpunkte

Bundeswehrverband fürchtet negative Folgen von Reservistengesetz

  • dts - 30. Juni 2026, 16:10 Uhr
Bild vergrößern: Bundeswehrverband fürchtet negative Folgen von Reservistengesetz
Soldaten der Bundeswehr (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst André Wüstner, rechnet mit negativen Folgen des geplanten Reservistenstärkungsgesetzes für den freiwilligen Wehrdienst.

Der Gesetzentwurf mit der Aufhebung der doppelten Freiwilligkeit folge richtigerweise dem Narrativ der Zeitenwende und diene dem Ziel der Aufwuchsfähigkeit der Bundeswehr, sagte Wüstner der "Welt" (Mittwochausgabe). "Ich gehe allerdings davon aus, dass die sodann verpflichtende Heranziehung von Reservedienstleistenden negative Auswirkungen auf die Freiwilligenmeldungen zum Wehrdienst haben wird."

Scheidet ein Soldat aus der Bundeswehr aus und wird zum Reservisten, galt bislang die sogenannte doppelte Freiwilligkeit: Für die regelmäßigen Reserveübungen müssen sowohl der Reservist als auch sein ziviler Arbeitgeber zustimmen. Mit dem Gesetzentwurf zum neuen "Reservestärkungsgesetz" soll das jetzt geändert werden. Nur wenn ein Reservist "weniger als sechs Monate Freiwilligen Wehrdienst als besonderes staatsbürgerliches Engagement geleistet" hat, so heißt es darin, könne er nicht verpflichtend zu Wehrübungen herangezogen werden.

Für alle, die länger gedient haben, wird es eine gestaffelte Pflicht geben: Bei weniger als einem Jahr Wehrdienst kann ein Reservist bis zu seinem 45. Lebensjahr für Übungen herangezogen werden. Die Dauer "der einzelnen Reservedienstleistung darf drei Wochen pro Jahr nicht überschreiten", so der Entwurf. Bei über einem Jahr bis zu vier Jahren Wehrdienst kann ein Reservist bis zum 65. Lebensjahr zu Übungen verpflichtet werden, für maximal vier Wochen im Jahr. Bei bis zu 13 Jahren Arbeit als Soldat dürfen es sechs Wochen im Jahr sein, bei noch länger gedienten Soldaten zwölf Wochen pro Jahr. Das sind die gesetzlichen Höchstgrenzen.

In der Praxis, so heißt es im Ressort, gehe es um etwa zwei Wochen Übung alle ein bis zwei Jahre. Die Arbeitgeber müssen ihre Beschäftigten für diesen verpflichtend angeordneten Reservedienst freistellen.

Weitere Meldungen

Berliner Gericht bestätigt deutsches Sendeverbot für russischen Sender RT

Das Sendeverbot für den russischen Staatssender RT in Deutschland ist rechtmäßig. Das entschied das Berliner Verwaltungsgericht am Dienstag. Kurz vor Russlands Überfall auf

Mehr
Oberstes US-Gericht kippt Trump-Plan für eingeschränkte Staatsbürgerschaft

Krachende Niederlage für US-Präsident Donald Trump vor dem Obersten Gerichtshof: Der Supreme Court hat Trumps Anordnung für unrechtmäßig erklärt, wonach in den USA geborene

Mehr
Großbritannien investiert 300 Milliarden Pfund in Verteidigung bis 2030

Großbritannien wird in den kommenden vier Jahren angesichts der zunehmenden Bedrohungen fast 300 Milliarden Pfund (rund 347 Milliarden Euro) in die Modernisierung seiner

Mehr

Top Meldungen

Umfrage: Mehrheit für "Hitzefrei" ab 35 Grad

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland begrüßt die Idee von "Hitzefrei" für bestimmte Beschäftigte. In einer Erhebung von Forsa für

Mehr
CDU-Arbeitnehmerflügel für Reform der Erbschaftssteuer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Arbeitgeberflügel der CDU (CDA) fordert die eigene Partei zu Kompromissfähigkeit und Reformen bei der Erbschaftssteuer beim

Mehr
Inflationsrate sinkt im Juni auf 2,3 Prozent

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der jährliche Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat im Juni weiter nachgelassen. Die Inflationsrate wird voraussichtlich 2,3

Mehr