Wirtschaft

Porsche will Cayenne-Produktion von Bratislava nach Leipzig holen

  • dts - 27. Juni 2026, 11:38 Uhr
Bild vergrößern: Porsche will Cayenne-Produktion von Bratislava nach Leipzig holen
Bratislava Flughafen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Leipzig (dts Nachrichtenagentur) - Porsche will die Produktion des wichtigen SUV-Modells Cayenne offenbar mit allen drei Antriebsvarianten von Bratislava nach Leipzig verlagern. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise. Der Sportwagenhersteller wolle so die Auslastung des Werks in Sachsen langfristig absichern.

Voraussetzung sei allerdings, dass die Arbeitnehmerseite sich auf eine spürbare Absenkung der Löhne einlasse, weil die Entgelthöhen in der Slowakei deutlich unter dem Niveau der deutschen Porsche-Mitarbeiter lägen. Dass Porsche-Chef Leiters die gesamte Produktion des Cayenne trotzdem aus der Slowakei abziehen wolle, gründe auf den Überkapazitäten in Deutschland. Porsche habe das Problem, dass weder das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen, in dem die Sportwagen vom Band laufen, noch die SUV-Fabrik in Leipzig ansatzweise ausgelastet sei.

Das Unternehmen selbst wollte sich auf Anfrage der FAZ nicht zu dem Plan äußern. Ein Sprecher bestätigte aber laufende Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite. Auch der Gesamtbetriebsrat bestätigte die Gespräche. "Allerdings sind noch einige Themen offen, über die es zu diskutieren gilt", ließ der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Ibrahim Aslan mitteilen. "Im Sinne der Belegschaft und des Unternehmens ist es unser Anliegen, zügig voranzukommen. Wann und wie das der Fall sein wird, hängt von den nächsten Wochen ab."

Klar sei aber, dass vor allem das Werk in Leipzig eine Durststrecke überstehen müsse. Bis die neuen Modelle kämen, dauere es noch, und die Verlagerung der Cayenne-Produktion sei ebenfalls keine kurzfristige Lösung. Nachdem Porsche in den vergangenen Monaten bereits die Verträge von mehreren 100 Zeitarbeitern nicht verlängert habe, wolle das Unternehmen bis August 200 Arbeitsplätze mit freiwilligen Aufhebungsverträgen und Abfindungsangeboten abbauen. Zudem sollten bis zu 400 Mitarbeiter mit einer sogenannten "Drehscheibe" zeitweise nach Wolfsburg abgeordnet werden.

Die Maßnahmen seien alle Teil einer umfassenden Neuausrichtung, die Leiters in allen Einzelheiten auf einem Kapitalmarkttag im Oktober vorstellen wolle. Der Porsche-Chef wolle die Zahl der verschiedenen Modellvarianten reduzieren, die Entwicklung des Herstellers umbauen und Synergien mit der Muttergesellschaft VW nutzen. Vor allem aber plane er einen weiteren Stellenabbau. Am Stammsitz in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach stehen nach Informationen der FAZ aus Unternehmenskreisen Stellen in niedriger vierstelliger Höhe zur Disposition.

Weitere Meldungen

Reddig fordert Kabinettsbeschluss zur Rentenreform vor Sommerpause

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der CDU-Abgeordnete Pascal Reddig fordert einen Kabinettsbeschluss zum Zeitplan für die Rentenreform noch vor dem Beginn der Sommerpause in zwei

Mehr
Gauck fordert entschlossene Reformen von Bundesregierung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Altbundespräsident Joachim Gauck hat die Bundesregierung aufgefordert, Reformen entschlossen umzusetzen und die Bevölkerung von deren

Mehr
Daiichi Sankyo hält an Milliardeninvestition in Bayern fest

Pfaffenhofen (dts Nachrichtenagentur) - Der japanische Pharmakonzern Daiichi Sankyo hält an seinem Plan fest, rund eine Milliarde Euro in den Ausbau eines Entwicklungs- und

Mehr

Top Meldungen

Rentenexperte Börsch-Supan fordert Haltelinie nur für ärmere Hälfte

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Der Rentenexperte Axel Börsch-Supan fordert eine Beschränkung der geplanten Haltelinie für das Rentenniveau auf die ärmere Hälfte der

Mehr
Lindner würde Rentenpaket nicht unterschreiben

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) würde ein Gesetzespaket, bestehend aus allen 33 Empfehlungen der Rentenkommission,

Mehr
Dehoga kündigt Widerstand gegen Abschaffung von Minijobs an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kündigt Widerstand gegen die geplante Abschaffung der Minijobs an. Das berichten die

Mehr