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Fieberhafte Suche nach Verschütteten in Venezuela - Erste Helfer aus dem Ausland gelandet

  • AFP - 26. Juni 2026, 14:47 Uhr
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Helfer suchen in Trümmern im Ort Caraballeda
Bild: AFP

Mit schwerem Gerät ebenso wie mit bloßen Händen suchen Retter in Venezuela in einem Rennen gegen die Zeit nach Überlebenden des schweren Doppel-Erdbebens. Erste Helfer aus dem Ausland trafen am Freitag in dem südamerikanischen Land ein.

Mit schwerem Gerät ebenso wie mit bloßen Händen suchen Retter in Venezuela in einem Rennen gegen die Zeit nach Überlebenden des schweren Doppel-Erdbebens. Erste Helfer aus dem Ausland trafen am Freitag in dem südamerikanischen Land ein. Vier Bundeswehr-Maschinen sollten dutzende Helfer des Technischen Hilfswerks sowie Tonnen von Hilfsgütern nach Venezuela bringen. Bis Donnerstagabend Ortszeit wurden nach Regierungsangaben 589 Todesopfer geborgen, etwa 4300 weitere Menschen wurden verletzt. Zahlreiche Menschen wurden noch unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

Im besonders schwer betroffenen Badeort La Guaira an der venezolanischen Karibikküste grub Amparo del Giudice auf der Suche nach ihrem Sohn mit bloßen Händen in den Schuttmassen. Im Ort Catia la Mar mussten Anwohner hilflos mitanhören, wie ein junges Mädchen stundenlang um Hilfe rief, bis es schließlich unter den Trümmern starb.

Im gleichen Ort schilderte Antonio Bermudez, eine Bewohnerin aus dem elften Stock seines Wohnhauses habe auf seine Rufe geantwortet: "Aber wir haben kein Gerät, wir haben keine Möglichkeit, ihr zu helfen", klagte er.

Ein venezolanischer Rettungsmitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur AFP, in dem Land fehle es an ausgebildeten Helfern und schwerem Gerät, um die Trümmer zu räumen. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez gab die Zahl der unter den Trümmern Vermissten mit mehr als 200 an.

Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez erklärte die Region um La Guaira zum Katastrophengebiet. In der Stadt kam es zu Plünderungen, AFP-Reporter beobachteten, wie Menschen mit vollen Taschen aus einem teilweise niedergebrannten Supermarkt liefen.

Rund 160 Rettungskräfte aus der Schweiz und Mexiko landeten nach Berichten des venezolanischen Fernsehens auf einem Militärflugplatz nahe Caracas, um bei den Such- und Rettungsarbeiten zu helfen. Die US-Armee kündigte die Entsendung von Kriegsschiffen, Flugzeugen und Hubschraubern zur Unterstützung an. Das US-Außenministerium sagte eine Nothilfe in Höhe von 150 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro) zu.

Eine erste Bundeswehr-Maschine mit Material und Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks (THW) an Bord startete am Freitag vom Fliegerhorst Wunstorf aus in die Krisenregion. Im Laufe des Tages sollten drei weitere Flugzeuge nach Venezuela aufbrechen, darunter eines, das auf den Transport von Verletzten spezialisiert ist. Wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, sollen mit den Maschinen insgesamt 75 bis 80 Helfer, darunter vor allem THW-Mitarbeiter, und etwa 30 Tonnen Material in das südamerikanische Land gebracht werden.

Das THW erklärte, ein 48-köpfiges Team einer auf Erdbeben-Einsätze spezialisierten Bergungseinheit sei bereits auf dem Weg nach Venezuela. Mit an Bord waren demnach auch vier Suchhunde-Teams. Ziel sei es, Überlebende in den Trümmern aufzuspüren. Aus den Niederlanden brachen 65 Mitglieder einer Such- und Rettungseinheit mit acht Spürhunden in Richtung Venezuela auf.

Derzeit ist noch unklar, ob Deutsche unter den Opfern in Venezuela sind. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, ist eine niedrige dreistellige Zahl an Deutschen in Venezuela auf der Krisenvorsorgeliste des Minnisteriums registriert.

Das verheerende Doppel-Beben hatte sich am Mittwochabend im Abstand von nur 39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. Die beiden Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5, in den folgenden Stunden wurden dutzende Nachbeben registriert. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. 

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