Lifestyle

UN: Weltmeere unter "schwerem Stress" - Meeresspiegel steigt rasant

  • dts - 8. Juni 2026, 19:28 Uhr
Bild vergrößern: UN: Weltmeere unter schwerem Stress - Meeresspiegel steigt rasant
Strand am Mittelmeer, via dts Nachrichtenagentur

.

New York (dts Nachrichtenagentur) - Die Weltmeere geraten durch menschliche Einflüsse immer stärker unter Druck. Wie ein am Montag veröffentlichter UN-Bericht zeigt, hat sich die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Die Vereinten Nationen sprechen von einer "vernichtenden" Bestandsaufnahme.

Die Belastungen durch Umweltverschmutzung und industrielle Fischerei verstärken sich gegenseitig. Laut dem Bericht führen sie zu einem massiven Verlust der Artenvielfalt und setzen die Ökosysteme der Ozeane "schwer unter Druck".

Für die dritte Weltmeerbewertung der UNO haben fast 600 Wissenschaftler aus 86 Ländern den Zustand der Ozeane zwischen 2021 und 2025 untersucht. Bereits der Vorgängerbericht hatte eine anhaltende Verschlechterung der Meeresumwelt festgestellt.

Fünf Jahre später ist das Wissen über die Folgen menschlicher Eingriffe gewachsen. Der aktuelle Bericht zeigt, wie stark die Schäden allein in den letzten Jahren zugenommen haben. Zu den wichtigsten Erkenntnissen zählen: Der Meeresspiegel steigt immer schneller: Lag die Rate vor 2015 noch bei zwei Millimetern pro Jahr, erreichte sie 2023 bereits 4,3 Millimeter. 16 Prozent der weltweiten Ozeanerwärmung seit 1955 sind allein auf die Zeit nach 2018 zurückzuführen.

Die stärkste Erwärmung wurde im Atlantik sowie in den südlichen Teilen des Indischen und Pazifischen Ozeans gemessen. Die Wissenslücken sind derweil weiterhin groß: Nur 27 Prozent des Meeresbodens sind kartiert, die Tiefsee-Ökosysteme sind kaum erforscht. UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte: "Wir dürfen den Ozean nicht länger als unerschöpfliche Ressource behandeln. Es braucht dringend eine globale Zusammenarbeit zum Schutz der Meeresökosysteme."

Der Bericht hebt auch Fortschritte hervor, etwa den wegweisenden Hohe-See-Vertrag, der in diesem Jahr in Kraft getreten ist. Er schafft internationale Regeln zum Schutz der zwei Drittel der Weltmeere, die außerhalb nationaler Hoheitsgewässer liegen. Dieser Vertrag und 56 weitere Abkommen hätten die globalen Möglichkeiten verbessert, die Artenvielfalt zu schützen, schädliche Subventionen abzubauen und Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Dennoch bleibe die Steuerung über Sektoren und Regionen hinweg "zersplittert", eine bessere Koordination sei "entscheidend".

Weitere Meldungen

Ostbeauftragte verteidigt Überlegungen zu AfD-Verbotsverfahren

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), verteidigt die Überlegungen zu einem AfD-Verbotsverfahren. Artikel 21 des

Mehr
Linke wirft Spahn fragwürdiges Verständnis reproduktiver Rechte vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte über die Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft wächst die Kritik an Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU). Die stellvertretende

Mehr
CDU-Politikerin warnt vor Missbrauch bei Leihmutterschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte um die Elternschaft von Unionsfraktionschef Jens Spahn und seinem Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA warnt die

Mehr

Top Meldungen

SPD will Vermögenssteuer zum Schlüsselthema machen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat eine harte Auseinandersetzung mit der Union um die Rückkehr der Vermögenssteuer und eine höhere

Mehr
Wirtschaftsweise Grimm rät zum Verzicht auf Schuldenbremsen-Reform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Bundesregierung aufgefordert, auf eine Reform der Schuldenbremse notfalls zu verzichten. "Es ist

Mehr
Bauernpräsident warnt vor Düngemittel-Knappheit durch Iran-Krieg

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Infolge des Iran-Kriegs steht Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes vor einer Düngemittel-Krise. "Ein physischer Engpass

Mehr