Brennpunkte

Nach Fund von Mädchenleiche in Frankreich: Regierung prüft mögliche Justizpannen

  • AFP - 5. Juni 2026, 10:45 Uhr
Bild vergrößern: Nach Fund von Mädchenleiche in Frankreich: Regierung prüft mögliche Justizpannen
Fundort der Mädchenleiche
Bild: AFP

Nach dem Fund einer vermutlich ermordeten Elfjährigen in Frankreich prüft die Regierung mögliche Justizpannen. Premierminister Sébastien Lecornu berief die Innen- und Justizminister am Freitag zu einer Sitzung ein.

Nach dem Fund einer vermutlich ermordeten Elfjährigen in Frankreich prüft die Regierung mögliche Justizpannen. Premierminister Sébastien Lecornu berief die Innen- und Justizminister am Freitag zu einer Sitzung ein. Der Fall löste in Frankreich Entsetzen und Empörung aus: Der Verdächtige war in der Vergangenheit mehrfach wegen Vergewaltigung Minderjähriger angezeigt worden, ohne dass dies juristische Folgen hatte. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft und verweigert die Aussage.

Am Donnerstag war in einem Getreidesilo in dem südfranzösischen Ort Puycasquier die Leiche eines Mädchens gefunden worden, bei dem es sich vermutlich um die elf Jahre alte Lyhanna handelt. Das Mädchen war am vergangenen Freitag zum letzten Mal gesehen worden, Bilder einer Überwachungskamera zeigten es im Auto des 41 Jahre alten Verdächtigen. Lyhanna war mit einer der Töchter des Mannes befreundet.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Autopsie angekündigt, um die Identität und die Todesursache zu klären. Zahlreiche Beamte und Freiwillige hatten in den vergangenen Tagen in der hügeligen Gegend rund um die Wohnorte der Familie und des Verdächtigen nach dem Kind gesucht.

Der mutmaßliche Täter war in den vergangenen Jahren mehrfach wegen sexueller Übergriffe sowie wegen Vergewaltigung von Minderjährigen angezeigt worden. Ein erstes Ermittlungsverfahren wurde mangels Beweisen eingestellt. Eine weitere Strafanzeige wurde im Sommer 2025 gestellt und hatte bislang nicht zu Vernehmungen des Verdächtigen oder der mutmaßlichen Zeugen geführt. 

Dies werfe die Frage auf, welches Gewicht Aussagen von Opfern haben und wie in solchen Fällen ermittelt werde, kritisierte Regierungssprecherin Maud Bregeon. Die Regierung leitete behördeninterne Ermittlungen ein. 

Die "Warnsignale" hätten dazu führen müssen, die Fälle zusammenzulegen und ein Eilverfahren einzuleiten, sagte die auf Sexualdelikte spezialisierte Anwältin Carine Durrieu Diebolt. Sie kritisierte rückständige Justizmethoden wie etwa das Versenden von Akten auf dem Postweg.

Weitere Meldungen

Aserbaidschan: Fünf Tote bei Drohnen-Angriff auf zwei Frachter im Asowschen Meer

Bei einem Drohnenangriff auf zwei Frachtschiffe im Asowschen Meer sind nach Angaben der Regierung in Baku fünf Aserbaidschaner getötet worden. Drei weitere Aserbaidschaner seien

Mehr
Missbrauchsverdacht gegen führenden Buddhisten aus Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz ist ein ehemals führender Vertreter eines buddhistischen Klosters wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Vergewaltigung festgenommen

Mehr
Sexualstrafrecht: Hubig will "Ja heißt Ja"-Regelung

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) setzt sich im Sexualstrafrecht für eine Einführung des Konsensprinzips nach dem Motto "Nur Ja heißt Ja" ein. "Ich persönlich bin

Mehr

Top Meldungen

Linke fordert rückwirkende Übergewinnsteuer für Ölkonzerne

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Linken-Chefin Ines Schwerdtner wirft den Mineralölkonzernen vor, den Tankrabatt nicht an die Kunden weiterzugeben. "Dass die Mineralölkonzerne

Mehr
Steuergewerkschaft warnt vor Lockerung der Bonpflicht

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft (DSTG) hat die von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil geplante Lockerung der Bonpflicht kritisiert. Der

Mehr
Weimer erwartet erst in zwei Jahren bessere Umfragewerte

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eingeräumt, dass die Stimmung in Deutschland nicht nur schlecht, sondern "miserabel" sei. Die Menschen

Mehr