Technologie

Künstliche Intelligenz: US-Aktivistin Erin Brockovich warnt vor Datenzentren

  • AFP - 27. Mai 2026, 10:34 Uhr
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Erin Brockovich im Januar 2025 in Kalifornien
Bild: AFP

Vor einem Vierteljahrhundert wurde die US-Umweltaktivistin Erin Brockovich durch einen Oscar-prämierten Film berühmt - heute warnt die 65-Jährige vor KI-Rechenzentren. Diese verbrauchten enorme Mengen an Energie und Kühlwasser, erklärte sie.

Vor einem Vierteljahrhundert wurde die US-Umweltaktivistin Erin Brockovich durch einen Oscar-prämierten Film berühmt - heute warnt die 65-Jährige vor Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Mit einer von ihr initiierten Bürgerplattform sollen Rechenzentrumsprojekte im ganzen Land erfasst werden. Technologiekonzerne lieferten sich vielerorts ein Rennen, um KI-Infrastruktur aufzubauen, schrieb Brockovich. Die Zentren verbrauchten aber enorme Mengen an Energie und Kühlwasser und erhöhten damit die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Auf ihrer Plattform hat Brockovich bisher mehr als 2700 US-Bürgerbeschwerden über existierende oder mögliche Standorte auf einer interaktiven Karte gesammelt. Auf der Webseite spricht sich die Aktivistin nicht für einen Baustopp oder ein Verbot von KI-Rechenzentren aus, sie will demnach aber auf "die Notwendigkeit nachhaltiger, sicherer und effizienter Praktiken" hinweisen.

In vielen Orten der USA machen Gemeinden und gewählte Vertreter mobil, um den Bau neuer Rechenzentren zu regulieren, beschränken oder auch vollständig zu blockieren. Sie sind besorgt über die Auswirkungen der Zentren auf die Strompreise, den Verbrauch fossiler Brennstoffe sowie den Wasserkonsum, Lärm und den entstehenden Abfall. "Ich beobachte euch, wie Ihr, die Gemeinschaften, euch engagiert und eure Stimme erhebt", schreibt Brockovich dazu online.  

Die in Echtzeit aktualisierte Landkarte auf Brockovichs Webseite zeigt schon im Bau befindliche und laufende Rechenzentren, aber auch vorgeschlagene Bauprojekte. Die Karte basiert auf Meldungen von Privatpersonen sowie Presseartikeln. Die Internetnutzer werden eingeladen, sich zu beteiligen und die Datenbasis zu aktualisieren. 

Brockovich hatte Anfang der 1990er Jahre mit dazu beigetragen, einen Skandal um Trinkwasserverschmutzung im kalifornischen Hinkley aufzuklären. Nach einer Sammelklage musste der Energiekonzern PG&E 333 Millionen Dollar Schadenersatz an mehr als 600 Anwohner zahlen und die Verunreinigung beseitigen. Regisseur Steven Soderbergh brachte die Geschichte 2000 in die Kinos, in seinem Film spielte Julia Roberts die Aktivistin Brockovich.

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