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Gründer der Slow-Food-Bewegung mit 76 Jahren gestorben

  • AFP - 22. Mai 2026, 14:34 Uhr
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Carlo Petrini
Bild: AFP

Der Gründer der Slow-Food-Bewegung zur Förderung der traditionellen Kochkunst und regionaler Küchen, Carlo Petrini, ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

Nach vier Jahrzehnten im Einsatz für ganzheitliches Kochen ist der Gründer der Slow-Food-Bewegung zur Förderung der traditionellen Kochkunst und regionaler Küchen, Carlo Petrini, im Alter von 76 Jahren gestorben. Der italienische Journalist und Autor starb am Donnerstag in Bra in seiner Heimatregion Piemont, wie die Slow-Food-Organisation am Freitag bekanntgab. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni würdigte Petrini als "seiner Zeit voraus".

Petrini hatte die Bewegung 1986 aus Protest gegen die Eröffnung der ersten Fast-Food-Imbisse in Italien gegründet. Seither breitete sich Slow Food in mehr als 160 Ländern in der ganzen Welt aus. Ziel der Bewegung ist es, eine regionale und auf saisonale Produkte setzende Küche und nachhaltige Ernährung zu fördern.

"Er gehörte zu den Ersten, die das Konzept der Ernährungssouveränität propagierten und das Recht auf hochwertige Lebensmittel für alle verteidigten", erklärte Ministerpräsidentin Meloni. Dabei habe Petrini stets "die Verbindung zwischen Identität, Region und Traditionen" betont.

Slow Food würdigte seinen Gründer am Freitag als "Visionär", der eine weltweite Bewegung ins Leben gerufen habe, die "auf gutes, sauberes und gerecht produziertes Essen setzt und Gemeinden, Bauern, Handwerker, Köche, Aktivisten und junge Leute auf der ganzen Welt verbindet". Petrinis Wahlspruch "Wer Utopie sät, wird Realität ernten" fasse seine Lebenseinstellung gut zusammen.

Petrini selbst sah die wichtigste Leistung der Slow-Food-Bewegung darin, "das Konzept der Gastronomie wieder in seiner ganzheitlichen, multidisziplinären Form zu etablieren". In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP kritisierte Petrini im Jahr 2016 die Vorstellung, dass Gastronomie lediglich "aus Rezepten und Michelin-Sternen" bestehe, als "sehr begrenzt".

Neben seiner Arbeit für Slow Food gründete Petrini auch das internationale Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft Terra Madre und die Universität für Gastronomie-Wissenschaften im italienischen Pollenzo.

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