Technologie

Kinderpsychologin fordert Regulierung von Social Media

  • dts - 3. Mai 2026, 10:02 Uhr
Bild vergrößern: Kinderpsychologin fordert Regulierung von Social Media
Junge Leute mit Smartphone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - Die Kinder- und Jugendpsychologin Kerstin Paschke fordert eine dringende Regulierung von Social-Media-Plattformen wie Tiktok, Instagram, WhatsApp und Snapchat in Deutschland.

Die Politik prüfe zu spät, ob sie den Zugang für Kinder und Jugendliche zu diesen Angeboten einschränken wolle, sagte sie dem "Spiegel". "Dass wir über die gesundheitlichen Gefahren von Social Media für Kinder und Jugendliche debattieren, ist überfällig. Ich frage mich, warum wir das nicht schon vor zehn Jahren getan haben. Man hätte absehen können, was passieren wird, zumindest in weiten Teilen."

Paschke leitet das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und ist Expertin für Fragen problematischer Mediennutzung. Sie behandelt unter anderem Kinder, die an einer Social-Media-Abhängigkeit leiden. Kinder bis 13 Jahre sollten kommerzielle soziale Plattformen nicht eigenständig nutzen dürfen, sagte sie. Von 14 bis 15 Jahren sollten die Inhalte altersgerecht sein.

Laut den neuesten Ergebnissen der Mediensuchtstudie der DAK-Gesundheit nutzen Kinder und Jugendliche soziale Medien wochentags im Schnitt 2 Stunden und 26 Minuten lang, am Wochenende sind es pro Tag 3 Stunden und 21 Minuten. Der Anteil der 10- bis 17-Jährigen, die ein krankhaftes Nutzungsverhalten zeigen, hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt: von 3,2 auf 6,6 Prozent. Mehr als ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen zeigt ein riskantes Verhalten.

Paschke zufolge kopieren Kinder mit problematischer Mediennutzung häufig ihre Eltern. "Wenn Eltern ins Handy gucken, sobald sie sich langweilen, aufregen oder sich ablenken wollen, ist es wahrscheinlicher, dass auch die Kinder mithilfe von Medienkonsum ihre Gefühle steuern, statt mit den Eltern zu besprechen, was sie bewegt." Studien würden zeigen, dass Kinder in vielen Haushalten Medien so lange nutzen können, wie sie wollen. "Das ist beunruhigend." Zudem würden Eltern von Kindern mit problematischer Mediennutzung oft zu lange denken, ihr Kind verhalte sich normal. "Viele Eltern berichten, sie hätten den Zustand dann irgendwann hingenommen."

Paschke empfiehlt, Kindern Grenzen zu setzen und Orientierung zu bieten. Ob sich eine Sucht entwickele, sei auch davon abhängig, ob sich die Eltern selbst hinterfragten und in der Lage seien, ihrem Kind gegenüber eine klare Position zu vertreten.

Weitere Meldungen

KI-Pionier Uszkoreit will europäische KI bauen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der KI-Pionier Jakob Uszkoreit will mit einem Team eine europäische Künstliche Intelligenz bauen. Dafür seien 50 Milliarden Euro nötig, um

Mehr
Yougov: Mehrheit sieht Ausbau von Rechenzentren kritisch

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bevölkerung in Deutschland steht dem Neubau von Rechenzentren laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov skeptisch

Mehr
Anne Hathaway warnt vor KI-Bewerbungen

Los Angeles (dts Nachrichtenagentur) - Schauspielerin Anne Hathaway warnt vor Massenbewerbungen mit KI-Tools wie ChatGPT. Wer nach einem Vorstellungsgespräch auf KI-generierte

Mehr

Top Meldungen

Krankenhausgesellschaft warnt vor Pleitewelle

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor einer Pleitewelle und einem massiven Arbeitsplatzabbau in der Branche, sollte das Sparpaket

Mehr
TK-Chef warnt vor Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Vor der Anhörung im Gesundheitsausschuss zur Gesundheitsreform an diesem Montag hat der Chef der Techniker Krankenkasse (TK) vor einer

Mehr
Sozialverband kritisiert GKV-Sparpaket scharf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor der Anhörung am Montag im Gesundheitsausschuss hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) Kritik am GKV-Sparpaket geübt. Die

Mehr