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Ermittler: Rechtsextremistin Liebich in Tschechien festgenommen

  • AFP - 9. April 2026, 17:14 Uhr
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Justitia
Bild: AFP

Die flüchtige, bundesweit bekannte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist in Tschechien entdeckt und festgenommen worden. Der leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Halle in Sachsen-Anhalt, Dennis Cernota, bestätigte die Festnahme.

Die flüchtige, bundesweit bekannte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist in Tschechien entdeckt und festgenommen worden. Der leitende Oberstaatsanwalt der in Deutschland zuständigen Staatsanwaltschaft Halle in Sachsen-Anhalt, Dennis Cernota, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag die Festnahme auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls. Zuerst hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

Wie Cernota erklärte, gingen der Festnahme umfangreiche, teilweise verdeckt geführte Ermittlungsmaßnahmen voraus. Die Staatsanwaltschaft werde nun die erforderlichen Schritte für ein Auslieferungsverfahren einleiten.

Liebich wurde laut Cernota in Krásná - deutsch Schönbach b. Asch - festgenommen. Die Gemeinde liegt im Bezirk Cheb ganz im Westen Tschechiens. Laut "Mitteldeutscher Zeitung" soll die Rechtsextremistin Männerkleidung getragen und einen kahlrasierten Kopf haben. Zum äußeren Erscheinen wollte sich der Oberstaatsanwalt nicht äußern. Seit Ende August 2025 fahndeten Polizei und Staatsanwaltschaft nach Liebich.

Die früher als Sven lebende Liebich war im August nicht zu ihrem Haftantritt in einem Frauengefängnis im sächsischen Chemnitz erschienen. Das Amtsgericht Halle hatte Liebich im Juli 2023 wegen Volksverhetzung und anderer Delikte wie übler Nachrede und Billigung eines Angriffskriegs zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

Wegen Liebichs Änderung des Geschlechtseintrags entbrannte in Deutschland im vergangenen Jahr eine Debatte über die Auswirkungen des Selbstbestimmungsgesetzes und die mögliche Unterbringung von Liebich in einem Frauengefängnis. Die Motive Liebichs sind bisher unklar. Bürgerrechts- und Transsexuellenorganisationen äußerten in der Vergangenheit den Verdacht, dass es sich um eine gegen das neue Gesetz gerichtete rechtsextremistische Provokation handeln könnte.

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