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Iran-Krieg: IWF-Chefin erwartet Ernährungskrise und bis zu 50 Milliarden Dollar Hilfsbedarf

  • AFP - 9. April 2026, 16:16 Uhr
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IWF-Chefin Georgieva in Davos
Bild: AFP

Infolge des Iran-Kriegs rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Ernährungskrise und nötigen Finanzhilfen von bis zu 50 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) für besonders bedürftige Länder.

Infolge des Iran-Kriegs rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Ernährungskrise und nötigen Finanzhilfen von bis zu 50 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) für besonders bedürftige Länder. IWF-Chefin Kristalina Georgieva sagte am Donnerstag in Washington laut vorab verbreitetem Redetext, mindestens 45 Millionen Menschen seien dann voraussichtlich von Hunger betroffen. Die Nachfrage nach kurzfristigen IWF-Hilfen werde auf "zwischen 20 und 50 Milliarden US-Dollar steigen".

Die Untergrenze von 20 Milliarden Dollar gelte, falls die Waffenruhe halte, welche die USA und der Iran am Mittwoch (MESZ) verkündet hatten, sagte Georgieva in ihrer Ansprache vor dem Frühjahrstreffen von IWF und Weltbank kommende Woche. "Selbst im besten Fall wird es keine saubere und geordnete Rückkehr zum vorherigen Zustand geben", sagte sie über die erwartete Ernährungskrise unter anderem im Nahen Osten und Teilen Afrikas, die Experten vor allem auf den Energiepreis- und Düngemittelschock zurückführen.

Wegen des Iran-Kriegs werde der IWF seine für Dienstag erwartete Weltwachstumsprognose nach unten korrigieren, kündigte Georgieva an. Selbst im "hoffnungsvollsten Szenario" werde das Wachstum geringer ausfallen, sagte die frühere EU-Vizekommissionspräsidentin aus Bulgarien. Hauptgründe seien die Kriegsschäden an der Infrastruktur im Nahen Osten, die Störungen der internationalen Lieferketten und ein Vertrauensverlust an den Weltmärkten 

Besonders betroffen seien einkommensschwache Länder, die auf Energieimporte angewiesen seien, sagte sie weiter. "Denken Sie einmal an die pazifischen Inselstaaten am Ende einer langen Lieferkette, die sich fragen, ob nach einer so schweren Störung der Versorgung überhaupt noch Treibstoff bei ihnen ankommt", sagte Georgieva.

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