Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der DGB hält die jüngsten Reformideen der Finanzkommission Gesundheit für ungeeignet. "Die Reformvorschläge sind nicht in sich schlüssig und homogen", sagte die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi dem "Tagesspiegel".
Die 66 konkreten Empfehlungen spiegelten "sehr unterschiedliche Sichtweisen" wider und ließen ungeklärt, ob die Bundesregierung "einfach nur Leistungskürzungen" oder echte Strukturveränderungen wolle. Für grundlegende Reformen müsse die Bundesregierung "bereit sein, sich mit Lobbygruppen anzulegen", sagte Fahimi.
Sparpotenzial sieht Fahimi vor allem im Gesundheitswesen, weniger jedoch in der Pflege. "Wir sind eine alternde Gesellschaft, weswegen ich bei der Pflege wenig Sparpotenzial sehe", sagte die DGB-Vorsitzende.
Dagegen griffen im Gesundheitsbereich "Private-Equity-Konzerne in den Geldbeutel jedes gesetzlich Versicherten". Diese Unternehmen kauften nicht nur Krankenhäuser, sondern zunehmend auch Arztpraxen auf. In solchen Praxen seien die Mediziner bei "milliardenschweren Konzernen angestellt". Die Abrechnung falle dort im Schnitt "zehn Prozent höher pro Patient" aus als bei niedergelassenen Ärzten. Sie fragte, wie das sein könne.
Fahimi forderte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zu klaren Grenzen für renditeorientierte Anbieter im Gesundheitswesen auf. "Die Regierung muss den Profit-Unternehmen im Gesundheitswesen strikte Begrenzungen vorgeben", sagte Fahimi. Sie erwarte, "dass Frau Warken gegen diese weltweit agierenden Konzerne endlich tätig wird".
Mittelfristig müsse die Versorgung "allein als Non-Profit-System aufgebaut" sein. Dass Menschen in Deutschland jährlich rund neunmal einen Arzt aufsuchen, hält Fahimi nicht für übertrieben. "Das tun die ja aber nicht als Freizeitersatz", sagte sie.
Die DGB-Chefin plädierte für einen Ausbau integrierter Strukturen. "Deutschland sollte konsequent Gesundheitszentren mit verschiedenen Fachärzten ausbauen." Versorgung "aus quasi einer Hand" helfe Patienten und senke gleichzeitig Kosten.
Finanzen
DGB lehnt Sparvorschläge der Gesundheitskommission ab
- dts - 3. April 2026, 07:00 Uhr
.
Weitere Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) stößt mit seinem Vorschlag für eine Nachfolge des Ehegattensplittings in seiner eigenen Partei wie
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - In der CDU gibt es Unmut darüber, wie die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die geplanten großen Reformen angeht. "Der neue
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat ein neues Modell vorgeschlagen, mit dem das Ehegattensplitting ersetzt werden soll. "Für die
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts stark gestiegener Spritpreise fordert Grünen-Politikerin Ricarda Lang ein Recht auf Homeoffice, um Beschäftigte zu entlasten. "Jeder
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ökonomin Ulrike Malmendier hat einen Austausch zwischen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und ihrem Vorgänger Robert
MehrNürnberg (dts Nachrichtenagentur) - Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm schlägt angesichts der Energiekrise ein Tempolimit vor. "Das wäre kein Schaden - vielleicht sogar ein
Mehr














