Brennpunkte

Kurdische Gemeinde kritisiert Besuch von syrischem Machthaber al-Scharaa in Berlin

  • AFP - 27. März 2026, 06:02 Uhr
Bild vergrößern: Kurdische Gemeinde kritisiert Besuch von syrischem Machthaber al-Scharaa in Berlin
Al-Scharaa im Januar in Damaskus
Bild: AFP

Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) hat den bevorstehenden Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin scharf kritisiert. Die KGD erwarte von der Bundesregierung 'eine unmissverständliche Haltung'.

Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) hat den bevorstehenden Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin scharf kritisiert. "Al-Scharaa fehlt aus unserer Sicht jegliche demokratische Legitimation, zudem zählt er zu den schwersten Verbrechern des 21. Jahrhunderts", sagte der KGD-Bundesvorsitzende Ali Ertan Toprak den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Freitagsausgaben). "Wenn dieser Staatsbesuch stattfindet, erwarte ich von der Bundesregierung klare Bedingungen und eine unmissverständliche Haltung."

Der syrische Machthaber sei für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich, sagte Toprak. Als früherer Anführer der islamistischen Terrororganisationen Al-Nusra-Front und Hayat Tahrir al-Sham trage er Mitverantwortung für Gewalt und Massaker gegen die Zivilbevölkerung in Syrien. "Besonders betroffen waren Minderheiten wie Kurdinnen und Kurden, Jesidinnen und Jesiden, Alawitinnen und Alawiten, Drusinnen und Drusen sowie Christinnen und Christen", sagte der KGD-Vorsitzende den Zeitungen des RND. Es gebe zudem zahlreiche Berichte über Gewalt und Verschleppung unter al-Scharaas Führung.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) müsse Menschenrechtsverletzungen klar benennen und konkrete Zusagen zum Schutz von Minderheiten einfordern, betonte Toprak. "Es darf keine politische Normalisierung ohne nachweisbare Verbesserungen der Menschenrechtslage, ohne Einführung demokratischer Strukturen und ohne Einbeziehung aller Volksgruppen bei der Machtverteilung geben." Eine finanzielle Hilfe müsse an diese Bedingungen geknüpft sein. "Alles andere wäre ein fatales Signal, sowohl gegenüber den Betroffenen in Syrien als auch gegenüber den Opfern dschihadistischer Gewalt im Westen."

Weitere Meldungen

Brand in historischer Burg in Thüringen: Tierbisse an Stromkabel mögliche Ursache

Der Brand der mehr als 800 Jahre alten Runneburg in Thüringen ist nach ersten Erkenntnissen womöglich durch Tierbisse an einer Stromleitung verursacht worden. Wie die Polizei

Mehr
Ukraine und Saudi-Arabien schließen Abkommen zur Luftabwehr

Die Ukraine und Saudi-Arabien haben nach Angaben ranghoher Regierungsvertreter ein Abkommen zur Luftverteidigung unterzeichnet. Demnach wurde der Vertrag am Donnerstag beim Besuch

Mehr
Rufe aus der CDU nach deutschem Militäreinsatz am Golf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der jüngsten Gespräche für ein Ende des Iran-Kriegs pocht der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas

Mehr

Top Meldungen

Mehr Gehalt fürs Bodenpersonal: Lufthansa und Verdi erzielen Tarifeinigung

Die Gewerkschaft Verdi und der Lufthansa-Konzern haben in den Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal eine Einigung erzielt. Die Grundgehälter der mehr als 20.000

Mehr
Folgen des Iran-Kriegs treiben Konsumenten zu Aldi

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nur drei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs spüren deutsche Lebensmittelhändler die Folgen schon in den Umsätzen. Verunsichert durch steigende

Mehr
Bahn macht zumindest operativ wieder Gewinn

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Bahn (DB) hat im Geschäftsjahr 2025 zumindest im operativen Geschäft wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Konzernumsatz ist im

Mehr