Wirtschaft

UN-Schifffahrtsorganisation fordert Evakuierungskorridor für Schiffe im Persischen Golf

  • AFP - 19. März 2026, 17:26 Uhr
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Schiffe bei Dubai
Bild: AFP

Die Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) fordert einen Evakuierungskorridor für die zahlreichen Schiffe, die wegen der Sperrung der Straße von Hormus im Persischen Golf festsitzen.

Die Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) fordert einen Evakuierungskorridor für die zahlreichen Schiffe, die wegen der Sperrung der Straße von Hormus im Persischen Golf festsitzen. IMO-Generalsekräter Arsenio Dominguez sprach am Donnerstag beim Abschluss einer zweitägigen Krisensitzung der Organisation in London von einem "humanitären Korridor", der dringend nötig sei. Nach Angaben der IMO sitzen rund 20.000 Seeleute infolge des Iran-Krieges auf rund 3200 Schiffen im Persischen Golf fest.

Die einzige Ausfahrt auf dem Seeweg ist die Straße von Hormus. Die Meerenge wird vom iranischen Militär kontrolliert und ist seit Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran de facto gesperrt. In einer von den Mitgliedern des IMO-Rates verabschiedeten Erklärung fordern diese das Ende "der Drohungen und Angriffe gegen Schiffe".

Sie forderten Teheran auf, die Sperrung "unverzüglich" aufzuheben. Neben dem Evakuierungskorridor brauche es einen "koordinierten internationalen Ansatz zur Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt" in der Region. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgasproduktion transportiert.

Der Iran ist Mitglied der IMO, aber nicht im Rat der Organisation vertreten. Teheran kritisierte die Erklärung scharf und bezeichnete sie als "einseitig, unfair, unzutreffend und rechtlich mangelhaft". "Sie verurteilt den geschädigten Staat, während sie die rechtswidrige Aggression, die die eigentliche Ursache der gegenwärtigen Situation ist, außer Acht lässt", sagte der iranische Delegierter.

Die IMO hatte den Persischen Golf, den Golf von Oman und die Straße von Hormus bereits vor zwei Wochen offiziell zum Kriegsgebiet erklärt. Diese Einstufung erweitert die Rechte der betroffenen Seeleute. Unter anderem können sie eine Rückführung auf Kosten des Reeders beantragen. Die Möglichkeiten für Rückführungen sind allerdings aufgrund der militärischen Eskalation in der Region begrenzt.

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