Politik

Prien zum Frauentag: Gleichberechtigung ist Verfassungsauftrag

  • AFP - 19. März 2026, 10:41 Uhr
Bild vergrößern: Prien zum Frauentag: Gleichberechtigung ist Verfassungsauftrag
Karin Prien
Bild: AFP

In der Bundestagsdebatte zum internationalen Frauentag hat Bundesfrauenministerin Karin Prien(CDU) gemeinsame Anstrengungen verlangt, um die Gleichberechtigung der Geschlechter im Land durchzusetzen. Das sei 'Verfassungsauftrag', sagte sie.

In der Bundestagsdebatte zum internationalen Frauentag hat Bundesfrauenministerin Karin Prien(CDU) gemeinsame Anstrengungen verlangt, um die Gleichberechtigung der Geschlechter im Land durchzusetzen. "Die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist in Deutschland Verfassungsauftrag", sagte sie am Donnerstag im Parlament. Jedoch gebe es in Deutschland etliche Bereiche, "wo es Nachholbedarfe gibt".

Dazu gehörten vor allem faire Löhne. "Wir haben Fortschritte gemacht, aber wir haben eben auch noch Luft nach oben." Außerdem seien Frauen in deutschen Parlamenten noch immer nicht angemessen vertreten. "Wir belegen hier inzwischen den traurigen Rang 60 im internationalen Vergleich", sagte Prien.

Es gehe aber auch darum, explizit Männer und Jungs im Rahmen einer guten Gleichstellungspolitik in den Blick zu nehmen, "sie sind erforderlich als Partner für eine echte Gleichberechtigung und eine tatsächliche Gleichstellung". Jungs und Männer hätten die schlechteren Schulabschlüsse, seien öfter krank und begingen häufiger Suizid. "Da müssen wir draufschauen."

Mahnende Worte fand auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). "Weltweit wird immer stärker versucht, Frauenrechte zurückzudrehen. Gewalt, Sexismus nehmen zu", sagte sie im Plenum. "Umso wichtiger ist, dass wir uns nicht damit abfinden." Die nach wie vor existierende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen rechnete sie so um: "Auf ein ganzes Erwerbsleben gerechnet verlieren Frauen ein Einfamilienhaus. Und das liegt nicht daran, dass sie weniger leisten." Hier seien Tarifverträge ein Schlüssel.

Bas forderte darüber hinaus eine Reform des Ehegattensplittings, da es "wirklich veraltete Rollenbilder zementiert". Das Splitting belohnt verheiratete Paare mit großen Einkommensunterschieden steuerlich und verhindert letztlich den Anreiz zur Mehrarbeit.

"Wir Frauen sind über die Hälfte der Bevölkerung", sagte dazu Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann. "Wir haben ein Recht auf Gleichstellung, auf Macht, auf Einfluss, auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, auf ein selbstbestimmtes Leben und das nicht nur am internationalen Frauentag", fuhr sie fort. "Wir sind davon weit entfernt." Im Deutschen Bundestag säßen nur 32 Prozent Frauen. "Damit darf sich keine Frau und kein aufgeschlossener Mann abfinden."

Weitere Meldungen

Grüne laden CDU in Baden-Württemberg zu Sondierungsgesprächen ein

Nach ihrem knappen Wahlsieg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen von Spitzenkandidat Cem Özdemir die CDU zu Sondierungsgesprächen über die Bildung einer

Mehr
Streit über FCAS-Kampfjet: Macron und Merz planen "Annäherungsmission"

Die Zukunft des geplanten deutsch-französischen FCAS-Kampfjets hängt weiter in der Schwebe: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)

Mehr
Studie: Rassismus und Diskriminierung bleiben in Deutschland weit verbreitet

Rassismus und Diskriminierung sind in Deutschland weit verbreitet. Das ist das zentrale Ergebnis des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (Nadira), der am Donnerstag

Mehr

Top Meldungen

Wiese hält "Übergewinnsteuer" für sinnvoll

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese hält die Einführung einer "Übergewinnsteuer" auf Krisenprofite von Mineralölkonzernen für

Mehr
Französische Justiz lehnt Sperre des Onlinehändlers Shein ab

Die französische Justiz hat eine von der Regierung beantragte Sperre des asiatischen Onlinehändlers Shein in Frankreich abgelehnt. Das Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag

Mehr
Deutschland überarbeitet Pläne zur Entlastung kleiner Banken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Deutschland will kleine Banken von bürokratischen Lasten befreien. Ein neues Geheimpapier, über welches das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe)

Mehr