Lifestyle

EU-Länder wollen KI-Anwendungen für sexuelle Deepfakes verbieten

  • AFP - 13. März 2026, 16:02 Uhr
Bild vergrößern: EU-Länder wollen KI-Anwendungen für sexuelle Deepfakes verbieten
Grok-Logo vor einer EU-Flagge
Bild: AFP

Die EU geht gegen KI-Anwendungen für sexuelle Deepfakes vor: Die 27 EU-Länder haben sich für ein Verbot von KI-Anwendungen ausgesprochen, mit deren Hilfe sexualisierte Bilder von echten Menschen ohne deren Einwilligung hergestellt werden können.

Die EU geht gegen KI-Anwendungen für sexuelle Deepfakes vor: Die 27 Mitgliedsländer haben sich für ein Verbot von KI-Anwendungen ausgesprochen, mit deren Hilfe sexualisierte Bilder von echten Menschen ohne deren Einwilligung hergestellt werden können. Bei einem Treffen am Freitag einigten sich die Botschafter auf eine gemeinsame Position für eine entsprechende Änderung des Gesetzes zu Künstlicher Intelligenz (KI). Damit reagiert Brüssel auf die Erstellung und Verbreitung von Millionen sexualisierter KI-Bilder von Frauen und Kindern mithilfe des Chatbots Grok von US-Milliardär Elon Musk Anfang des Jahres. 

Das Verbot soll Teil einer Reihe von Veränderungen am bestehenden KI-Gesetz werden, das die EU 2024 verabschiedet hatte. Auch im EU-Parlament wird derzeit über eine Verschärfung des Gesetzes beraten. Es wird davon ausgegangen, dass die zuständigen Parlamentsausschüsse am Mittwoch über ein Verbot der KI-Anwendungen abstimmen.

Der EU-Abgeordnete Sergey Lagodinsky betonte, dass es bei der Initiative "nicht nur um einzelne Skandale wie Grok" gehe. "Es geht darum, wie viel Macht wir bereit sind, der KI zu geben, um Menschen zu erniedrigen."

Bei Grok handelt es sich um eine beim Onlinedienst X integrierte Funktion. Stein des Anstoßes war Anfang Januar der neue "Spicy Mode" (scharfer Modus) bei Grok, mit dem Nutzer in Sekundenschnelle anzügliche Bilder von Frauen oder Kindern erstellen konnten - etwa mit Aufforderungen wie "Entferne ihre Kleider" oder "Zieh ihr einen Bikini an". Auch die Erstellung und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte war damit möglich. 

Mehrere Länder leiteten Untersuchungen gegen Grok ein oder sperrten das Tool. Auch die irische Aufsichtsbehörde leitete im Auftrag der EU eine Untersuchung ein. Grundlage ist das EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA). Mit dem Gesetz nimmt die EU große Internetplattformen in die Pflicht, verbotene Inhalte zu löschen. Dazu gehören sexualisierte Bilder, Kinderpornografie, Morddrohungen und Nazi-Symbole, die im Internet ebenso verboten sind wie auf der Straße. X erklärte, es werde Maßnahmen ergreifen, um die Erstellung solcher Bilder zu stoppen.

Die Botschafter sprachen sich am Freitag auch dafür aus, die Vorschriften für risikoreiche KI erst später in Kraft treten zu lassen: Demnach sollen diese im Dezember 2027 für eigenständige risikoreiche KI-Systeme und im August 2028 für in Produkte integrierte risikoreiche KI-Systeme gelten. Der aktuelle Zeitplan sah noch ein Inkrafttreten ab August 2026 beziehungsweise August 2027 vor.

Die Regulierung von US-Techriesen steht seit US-Präsident Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 im Zentrum wachsender Spannungen zwischen Brüssel und Washington. Vertreter der US-Regierung sowie X-Inhaber Musk haben der EU in der Vergangenheit "Zensur" vorgeworfen.

Weitere Meldungen

Warken begrüßt Nachbesserungen für Hebammen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat die Nachbesserungen im umstrittenen Hebammenhilfevertrag begrüßt. "Die Einigung auf eine

Mehr
Zahl von Mehrlingsgeburten geht weiter zurück

Die Zahl der Mehrlingsgeburten ist in Deutschland weiter gesunken. 2024 lag ihr Anteil bei 3,1 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit 1997, wie das Statistische

Mehr
AfD will Goldreserven zurückholen - SPD kritisiert Panikmache

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die AfD fordert die Bundesregierung auf, sämtliche deutsche Goldreserven aus dem Ausland zurück nach Deutschland zu bringen. Einen

Mehr

Top Meldungen

SPD-Fraktionsvize kritisiert Widersprüche bei Spritpreisen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Fraktionsvize Armand Zorn hat das Auftreten der Vertreter der Mineralölwirtschaft in der Sitzung der Spritpreis-Taskforce als unbefriedigend

Mehr
Verdi warnt vor Commerzbank-Übernahme durch Unicredit

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Gewerkschaft Verdi warnt im Falle einer Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit vor massiven Folgen für die

Mehr
Straße von Hormus: Reeder erhöhen Druck für diplomatische Lösung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte um einen Militäreinsatz in der Straße von Hormus haben die deutschen Reeder den Druck auf die Bundesregierung für eine

Mehr