Brennpunkte

US-Medien: Generalstabschef warnt vor Risiken eines US-Angriffs auf den Iran

  • AFP - 24. Februar 2026, 02:14 Uhr
Bild vergrößern: US-Medien: Generalstabschef warnt vor Risiken eines US-Angriffs auf den Iran
Trump mit General Dan Caine (r.) im Dezember 2025
Bild: AFP

Der US-Generalstabschef Dan Caine hat US-Medienberichten zufolge vor den Risiken eines möglichen US-Angriffs auf den Iran gewarnt. US-Präsident Donald Trump bestritt die Berichte über Caines Vorbehalte.

Der US-Generalstabschef Dan Caine hat US-Medienberichten zufolge vor den Risiken eines möglichen US-Angriffs auf den Iran gewarnt. Caine habe im Weißen Haus und im Pentagon seine Sorge geäußert, dass Munitionsknappheit und fehlende Unterstützung durch Verbündete die Gefahr für US-Soldaten bei einem Angriff erhöhen könnten, berichtete die "Washington Post" am Montag. US-Präsident Donald Trump bestritt die Berichte über Caines Vorbehalte.

Das "Wall Street Journal" berichtete, sowohl der ranghohe General als auch andere Pentagon-Vertreter hätten vor Risiken eines US-Angriffs gewarnt. Demnach würden bei einem Einsatz hohe Verluste der US-Armee und verbündeter Streitkräfte drohen. Es bestehe zudem die Gefahr, dass die US-Luftabwehr bei einem Angriff auf den Iran erschöpft werde.

Das Nachrichtenportal Axios berichtete, Caine habe die US-Regierung vor einer "Verstrickung in einen langwierigen Konflikt" gewarnt. Axios zufolge haben außerdem der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, die derzeit Atomgespräche mit Teheran führen, den US-Präsidenten dazu gedrängt, von Angriffen abzusehen und der Diplomatie eine Chance zu geben.

Trump warf den US-Medien in seinem Onlinedienst Truth Social vor, "absichtlich falsch" zu berichten. Es sei "zu 100 Prozent falsch", dass Caine "dagegen ist, dass wir in den Krieg mit dem Iran ziehen", erklärte er. "General Caine möchte, wie wir alle, keinen Krieg sehen, aber wenn die Entscheidung getroffen wird, den Iran auf militärischer Ebene anzugreifen, ist es seine Auffassung, dass dies etwas sein wird, das leicht zu gewinnen ist."

Caine habe nicht davon gesprochen, den Iran nicht anzugreifen, erklärte Trump. "Er weiß nur eines: wie man gewinnt, und wenn man ihm das aufträgt, wird er die Führung übernehmen", fügte der US-Präsident hinzu.

Trump wiederholte zugleich seine Drohungen gegenüber Teheran. "Ich würde lieber ein Abkommen haben als keines, aber wenn wir kein Abkommen schließen, wird es ein sehr schlimmer Tag für dieses Land und leider auch für seine Bürger", erklärte er.

Seit Wochen droht Trump dem Iran mit einem militärischen Angriff, wenn Teheran keine Zugeständnisse bei einem neuen Atomabkommen mache. Zugleich verstärkte die US-Armee ihre Präsenz in der Golfregion. Trotz beidseitiger Drohgebärden sollen die Atomgespräche am Donnerstag in Genf fortgeführt werden.

Anfang Februar hatte es eine erste Gesprächsrunde unter Vermittlung des Oman gegeben. Die USA drängen auf eine Einigung zum iranischen Atomprogramm und die Einstellung des iranischen Raketenprogramms. Teheran besteht darauf, dass sich die Gespräche auf die Atomfrage und die Aufhebung der Sanktionen gegen das Land beschränken. Die westlichen Staaten werfen dem Iran vor, eine Atombombe anzustreben - Teheran weist dies zurück.

Weitere Meldungen

Todesschützin nicht gemeldet: Kanadische Regierung bestellt OpenAI-Vertreter ein

Die kanadische Regierung hat hochrangige Vertreter des ChatGPT-Entwicklers OpenAI nach Ottawa einbestellt, weil das Unternehmen verdächtige Online-Aktivitäten der späteren

Mehr
Grenzkontrollen haben bislang über 140 Millionen Euro gekostet

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die im September 2024 eingeführten Kontrollen an allen deutschen EU-Binnengrenzen haben bis Ende Dezember des vergangenen Jahres 140 Millionen

Mehr
DPolG kritisiert Dobrindts Asylplan als "höchst unseriös"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) übt scharfe Kritik am Plan von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Asylbewerbern künftig

Mehr

Top Meldungen

Bas schließt Rente mit 70 in dieser Legislaturperiode aus

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat die Einführung einer Rente mit 70 in dieser Legislaturperiode ausgeschlossen. "Für diese

Mehr
Panama übernimmt nach Lizenzentzug für Hongkonger Unternehmen Panamakanal-Häfen

Panama hat nach dem Entzug der Lizenz des Hongkonger Konzerns CK Hutchison die Kontrolle über zwei Häfen am Panamakanal übernommen. Ein entsprechendes Urteil des Obersten

Mehr
"Handelsblatt": Ulrike Malmendier scheidet als Wirtschaftsweise aus

Die Ökonomin Ulrike Malmendier scheidet einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge Ende Februar als Wirtschaftsweise aus. Die Amtszeit der 52-Jährigen in dem Beratungsgremium der

Mehr