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Todesschützin nicht gemeldet: Kanadische Regierung bestellt OpenAI-Vertreter ein

  • AFP - 24. Februar 2026, 00:38 Uhr
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Mahnwache für Opfer des Schusswaffenangriffs
Bild: AFP

Die kanadische Regierung hat Vertreter des ChatGPT-Entwicklers OpenAI nach Ottawa einbestellt, weil das Unternehmen verdächtige Online-Aktivitäten der späteren Täterin des Schusswaffenangriffs von Tumbler Ridge mit acht Toten nicht gemeldet hatte.

Die kanadische Regierung hat hochrangige Vertreter des ChatGPT-Entwicklers OpenAI nach Ottawa einbestellt, weil das Unternehmen verdächtige Online-Aktivitäten der späteren Täterin des Schusswaffenangriffs in der Ortschaft Tumbler Ridge mit acht Toten nicht gemeldet hatte. Diese Entscheidung von OpenAI sei "sehr beunruhigend" gewesen, sagte Kanadas Minister für Künstliche Intelligenz (KI), Evan Solomon, am Montag vor Journalisten in Ottawa. 

Er habe das Sicherheitsteam von OpenAI aus den USA nach Ottawa einbestellt, erklärte Solomon. Am Dienstag werde er mit ihnen "ein persönliches Gespräch führen, um eine Erklärung zu ihren Sicherheitsprotokollen zu erhalten", sagte der KI-Minister.

Das US-Unternehmen hat bestätigt, im Rahmen seiner Missbrauchserkennung im Juni 2025 ein ChatGPT-Konto identifiziert zu haben, das mit der späteren Täterin von Tumbler Ridge in Verbindung stand. OpenAI teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, das Konto sei durch ein Ermittlungsverfahren entdeckt worden, das nach Nutzungen im Zusammenhang mit gewalttätigen Aktivitäten sucht. Das Konto wurde gesperrt, das Unternehmen informierte jedoch nicht die kanadische Polizei. OpenAI erklärte, die Messlatte für das Einschalten von Strafverfolgungsbehörden nach der Identifizierung eines verdächtigen Kontos liege sehr hoch.

Im Fall der 18-jährigen späteren Täterin war die kanadische Polizei OpenAI zufolge nicht informiert worden, weil das Nutzerverhalten der jungen Frau nicht auf eine glaubhafte oder unmittelbar bevorstehende Planung eines Angriffs hingedeutet habe. In einer Erklärung hatte das Unternehmen vergangene Woche den Betroffenen des Schusswaffenangriffs sein Mitgefühl ausgesprochen. Informationen über die Schützin und ihre Nutzung von ChatGPT habe das Unternehmen proaktiv mit der kanadischen Polizei geteilt.

Solomon präzisierte nicht, welche Maßnahmen die kanadische Regierung in Betracht ziehe, um die Nutzung von KI womöglich zu regulieren. "Alle Optionen liegen auf dem Tisch", sagte er.

Eine 18-Jährige hatte vor zwei Wochen in einer Schule im 2400-Einwohner-Ort Tumbler Ridge am Rand der kanadischen Rocky Mountains sechs Menschen getötet. Bei den Opfern handelte es sich um eine Lehrerin und fünf Schulkinder. Zuvor hatte die Schützin ihre Mutter und ihren elfjährigen Stiefbruder getötet. Sie nahm sich schließlich selbst das Leben.

Bei der Suche nach einem Motiv untersucht die Polizei mögliche psychische Probleme der Schützin. Die Polizei war im Zusammenhang mit psychischen Problemen der Trans-Jugendlichen mehrfach zum Haus der Familie gerufen worden.

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