Wirtschaft

Vor Sicherheitsgipfel zur Bahn Forderung nach mehr Schutz für Beschäftigte

  • AFP - 12. Februar 2026, 16:35 Uhr
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Polizei am Bahnhof Frankfurt am Main
Bild: AFP

Vor dem Sicherheits-Gipfel zur Bahn am Freitag haben die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sowie der Fahrgastverband Pro Bahn eine deutliche Aufstockung des Sicherheitspersonals in Zügen verlangt. Gefordert wurden zudem Bodycams für die Beschäftigten.

Vor dem Sicherheitsgipfel zur Bahn am Freitag haben die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sowie der Fahrgastverband Pro Bahn eine deutliche Aufstockung des Sicherheitspersonals in Zügen verlangt. Der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, kritisierte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe einen massiven Personalmangel.

Hintergrund ist der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter eines Regionalzuges in Rheinland-Pfalz. "Uns fehlen als Bundespolizei an den Bahnhöfen und Haltepunkten in Deutschland gut 3500 Kolleginnen und Kollegen, um präventiv unterwegs zu sein und in den Zügen auch mal als Streife mitzufahren", sagte Roßkopf. 

Der Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, forderte ebenfalls mehr Personal an Bahnhöfen und in den Zügen. Er sagte den Funke-Zeitungen, es bedürfe "einer ausreichenden Anzahl von Sicherheitskräften, die öffentlich zu finanzieren sind und gut ausgebildet werden müssen". Dies müssten nicht unbedingt nur Polizistinnen und Polizisten sein.

Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" plant die Deutsche Bahn als Konsequenz aus dem Vorfall den großflächigen Einsatz von Bodycams für Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter. Schulungen dafür sollten verpflichtet sein, das Tragen der Kameras aber freiwillig, berichtete die "SZ" unter Berufung auf einen Aushang des Gesamtbetriebsrats von DB Regio. Die Kameras wurden demnach bereits in großer Stückzahl beschafft.

"Wir haben den kompletten Markt leer gekauft", sagte Ralf Damde, Gesamtbetriebsratschef von DB Regio der Zeitung. Er nannte den freiwilligen Einsatz der Bodycams "ein wichtiges Signal". Die Geräte seien "ein wirksames Instrument, um in gefährlichen Situationen deeskalierend zu wirken", hieß es. Ergänzt werden sollten sie durch Alarmknöpfe. Damde bekräftigte auch die Forderung, wonach Zugbegleiterinnen und -begleiter nicht mehr allein in Zügen im Einsatz sein sollten.

"Dieser brutale Angriff ist nicht nur eine erschütternde Tat, sondern auch ein Signal zum Handeln", erklärte der CDU-Verkehrsexperte Björn Simon. "Wir brauchen Null-Toleranz gegenüber Gewalt, stärkere Sicherheitspräsenz in Zügen und Bahnhöfen, lückenlose Videoüberwachung und den Einsatz von Bodycams mit Ton", verlangte er. 

"Der Tod des Zugbegleiters Serkan C. ist kein tragischer Zufall, sondern das Ergebnis jahrelangen politischen Wegschauens", erklärte der Linken-Verkehrspolitiker Luigi Pantisano. Er kritisierte auch "Profitdruck bei der Bahn", der konkrete Folgen für die Sicherheit der Beschäftigten habe. So forderte auch Pantisano "mehr Geld für den Regionalverkehr, dass niemand allein auf dem Zug arbeitet", Alarmknöpfe, sowie die Einrichtung von Schutzräumen als sichere Rückzugsorte im Zug.

An dem Sicherheitsgipfel nehmen unter anderem Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Beteiligte aus den Länderministerien, Vertreter der Sicherheitsbehörden sowie die Gewerkschaften EVG und GDL teil. Ein 36-jähriger Zugbegleiter war Anfang Februar in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz von einem Schwarzfahrer lebensbedrohlich verletzt worden und später gestorben. Der Mitarbeiter hatte den Reisenden kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen.

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