Politik

Leistungen der Pflegeversicherung verlieren wegen Inflation seit Jahren an Wert

  • AFP - 12. Februar 2026, 13:06 Uhr
Bild vergrößern: Leistungen der Pflegeversicherung verlieren wegen Inflation seit Jahren an Wert
Pflegerin hält die Hand eines alten Mannes
Bild: AFP

Die Leistungen der Pflegeversicherung haben in den vergangenen Jahren inflationsbedingt deutlich an Wert verloren. Das ergab eine Anfrage der Linksfraktion, die reale Kürzungen offenbart.

Die Leistungen der Pflegeversicherung haben in den vergangenen Jahren inflationsbedingt deutlich an Wert verloren. Die "Rheinische Post" zitierte am Donnerstag aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion, die reale Kürzungen offenbart. Demnach lag etwa der Sachleistungsbetrag für Pflegegrad 2 im Jahr 2025 bei 796 Euro. Kaufkraftbereinigt entsprach das aber nur 626 Euro – ein Rückgang um gut 21 Prozent verglichen mit 2017, als die neuen Pflegegrade eingeführt wurden.

Der Zuschlag für Leistungen in ambulant betreuten Wohngruppen betrug für alle Pflegegrade im vergangenen Jahr 224 Euro, wie die Zeitung aus der Antwort weiter zitierte. Kaufkraftbereinigt blieben davon 173 Euro übrig, das war ein Minus von rund 23 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2017.

Die Linken-Pflegeexpertin Evelyn Schötz sprach in der "Rheinischen Post" von einer "schleichenden finanziellen Belastung" für Millionen Betroffene. Seit Einführung der Pflegegrade 2017 hätten zentrale Leistungen "massiv an Kaufkraft verloren". Was nominal nach kleinen Erhöhungen aussehe, sei in Wahrheit "eine reale Kürzung für jene, die auf Unterstützung angewiesen sind".

Die vorher geltenden drei Pflegestufen waren im Zuge der Pflegereform 2017 von den heute geltenden fünf Pflegegraden abgelöst worden. Seitdem wird etwa Demenz stärker erfasst.

Weitere Meldungen

Bund stellt 80 Millionen für Anpassung von Städten an Klimawandel bereit

Mit 80 Millionen Euro unterstützt der Bund die Anpassung von Städten und Gemeinden an den Klimawandel. Diese können dafür nun bis Ende Juni Projektvorschläge einreichen, wie

Mehr
Französisches Endlager für Atommüll wird deutlich teurer als erwartet

Das in Frankreich geplante Endlager für radioaktiven Atommüll wird deutlich teurer als geplant. Der Staat schätzt die Gesamtkosten auf rund 33,4 Milliarden Euro, wie aus einem

Mehr
Irans Außenminister dementiert jegliche Verhandlungen mit den USA

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat erneut jegliche Verhandlungen mit den USA dementiert. "Es gibt keine Grundlage für Verhandlungen", sagte Araghtschi in einem am

Mehr

Top Meldungen

Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute: Wachstumsprognose mehr als halbiert

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für 2026 angesichts der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Energiepreise mehr als halbiert. Sie

Mehr
Vorläufige Berechnung: 53 Prozent Strom aus Erneuerbaren im ersten Quartal

Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen hat im ersten Quartal vorläufigen Zahlen zufolge 53 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Im Vergleich zum

Mehr
Wirtschaftsinstitute halbieren Konjunkturprognose

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr mehr als halbiert. Die Erwartungen

Mehr