Finanzen

Finanzmärkte: Bafin sieht Risiken für "plötzliche Markt- und Preiskorrekturen"

  • AFP - 28. Januar 2026, 11:45 Uhr
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Handelssaal in Frankfurt am Main
Bild: AFP

Angesichts geopolitischer Spannungen und teils hoher Staatsverschuldung hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vor Risiken an den Finanzmärkten gewarnt.

Angesichts geopolitischer Spannungen und teils hoher Staatsverschuldung hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vor Risiken an den Finanzmärkten gewarnt. Nach Erkenntnissen der Behörde werde es "immer wahrscheinlicher, dass die Finanzstabilität einen Härtetest bestehen muss", sagte Bafin-Chef Mark Branson am Mittwoch. Das Potenzial für "plötzliche Markt- und Preiskorrekturen" sei hoch.

Branson verwies auf "internationale Handels- und militärische Konflikte" als Risikotreiber, ebenso wie auf die "teilweise hohe staatliche Verschuldung wichtiger Industrienationen". Zudem gebe es das Potenzial für "Enttäuschungen bei den Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz, wovon viele Bewertungen und Wachstumsprognosen abhängen".

Auch bestehe das Risiko, dass die Märkte die Rolle des Dollars als globale Leitwährung in Frage stellten. "Die Lage an den Finanzmärkten bleibt fragil und unsicher", betonte Branson anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts der Bonner Behörde zu den Risiken für das Finanzsystem. Hinzu kommen dem Bafin-Präsidenten zufolge neben Risiken durch den Klimawandel auch "ernsthafte Bedrohungen" durch Cyber-Risiken und staatlich gesponserte Sabotageaktionen.

Zwar gebe es derzeit auch positive Faktoren - wie etwa das stabile Zinsumfeld vor dem Hintergrund einer gesunkenen Inflationsgefahr sowie die Tatsache, dass Banken und Versicherer "profitabel und solide kapitalisiert" seien. Doch die "stabilitätsbedrohenden Faktoren" seien in den vergangenen Jahren eindeutig gewachsen. "Wenn es in so einer unsicheren Welt beim Marktoptimismus, bei der Risikonahme in privaten Märkten und beim Wachstum von leicht regulierten Vehikeln so weiter geht, dann muss es irgendwann knallen", sagte Branson.

Zudem ging der Bafin-Chef auch auf Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher ein, die die Behörde erstmals in ihren Jahresbericht aufnahm. Die Finanzaufsicht werde "genau beobachten", ob die Anbieter der Bezahlmethode "Buy now, pay later" (Jetzt kaufen, später bezahlen) die für dieses Jahr beabsichtigte Verschärfung der Regeln zur Kreditwürdigkeitsprüfung auch einhalten, kündigte Branson an. Für manche Verbraucher sei die Methode nützlich, um Zahlungen zeitlich zu verteilen. "Andere stehen damit aber oben auf der Rutschbahn in die Überschuldung", warnte er.

Ein Verbraucherrisiko sieht die Bafin außerdem auch bei Kryptowerten. "Wer in Krypto investiert, sollte sich klar machen: Die meisten Angebote haben keinen inhärenten Wert", sagte Branson. Zudem mache die hohe Volatilität Kryptowerte zu einer "hochspekulativen Geldanlage". Dazu müssten Verbraucherinnen und Verbraucher Risiken wie Zugriffsverlust, Phishing und Hacker-Angriffe beachten.

Starken Einfluss darauf, wie Finanzthemen in der Bevölkerung wahrgenommen werden, haben der Bafin zufolge inzwischen auch sogenannte Finfluencer in Online-Netzwerken. "Manche Finfluencer informieren fundiert und seriös", sagte Branson. "Aber es gibt auch Scharlatane und Menschen mit fragwürdigen Motiven", fügte er hinzu. Neben verlockenden Angebote gebe es auch "leere Versprechen", die heutzutage besonders oft im Kryptobereich zu finden seien.

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