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"Stunde der Wintervögel": So wenige Vögel wie nie zuvor pro Garten

  • AFP - 27. Januar 2026, 12:30 Uhr
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Blaumeise an einem Futterknödel
Bild: AFP

Bei der alljährlichen Zählaktion 'Stunde der Wintervögel' haben Naturfreunde zu Jahresbeginn in deutschen Gärten und Parks durchschnittlich 32 Vögel gezählt - so wenige wie nie zuvor. Das teilte der Naturschutzbund Deutschland in Berlin mit.

Bei der alljährlichen Zählaktion "Stunde der Wintervögel" haben Naturfreunde zu Jahresbeginn in deutschen Gärten und Parks durchschnittlich 32 Vögel gezählt - so wenige wie nie zuvor. Zur ersten Zählung im Jahr 2011 waren im Schnitt noch 45,8 Vögel gemeldet worden, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Berlin am Dienstag mitteilte. Besonders stark war der Rückgang bei den auch als Spatzen bekannten Sperlingen. 

Über die Jahre hinweg lasse sich "leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten", erklärte Nabu-Naturschutzexperte Julian Heiermann. "Damit reihen sich auch häufige Arten wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein, wenn es auch hier nicht so dramatisch abwärts geht, wie das bei den Agrarvögeln der Fall ist."

Besonders betroffen vom Rückgang sind demnach Spatzen: Bundesweit wurden Haussperlinge 15 Prozent seltener gesichtet als im Vorjahr, Feldsperlinge zehn Prozent seltener. In Berlin fiel der Rückgang noch stärker aus. Feldsperlinge verzeichneten dort ein Minus von 30 Prozent, Haussperlinge von 45 Prozent. 

"Wo all die Spatzen hin sind, müssen wir nun genauer untersuchen", erklärte Heiermann weiter. "Klar ist, dass Brutplatz- und Nahrungsmangel seit Jahren ein Problem für die beiden Arten sind."

Insgesamt wurden in diesem Jahr rund 3,27 Millionen Vögel aus 102.000 Gärten und Parks gemeldet. Zuwächse verzeichneten demnach Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen. Auf diese fünf Arten entfalle in nahezu allen Regionen der Großanteil an Zunahmen, hieß es. 

Trotz seines Negativtrends liegt der Haussperling bundesweit immer noch ganz vorn in der Rangliste der am häufigsten gesichteten Vögel. Dahinter folgen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.

Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne wurden in diesem Jahr seltener gemeldet. "Grund war das Zufrieren von Dorf- und Parkteichen und anderen kleinen Gewässern", erklärte Heiermann. Die Vögel würden an eisfreie große Seen und Flüsse außerhalb der Siedlungen ausweichen und seien so von der Zählung nicht erfasst worden.

Die bundesweite "Stunde der Wintervögel" wird von der Naturschutzorganisation in jedem Jahr organisiert, um Bestandsentwicklungen abzuschätzen. In diesem Jahr fand die Aktion am zweiten Januarwochenende statt. Mit 145.000 Teilnehmern sei es das drittbeste Ergebnis aller bisherigen Zählungen, hieß es.

Der Nabu veranstaltete die Wintervogelzählung gemeinsam mit dem bayerischen Landesbund für Natur- und Vogelschutz als regionalem Partner bereits zum 16. Mal. Im Mai gibt es mit der "Stunde der Gartenvögel" eine ähnliche Aktion.

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