Brennpunkte

Deutschland berät mit EU-Partnern über Abschiebe-Zentren in Drittstaaten

  • AFP - 22. Januar 2026, 14:53 Uhr
Bild vergrößern: Deutschland berät mit EU-Partnern über Abschiebe-Zentren in Drittstaaten
Minister Dobrindt (l.)
Bild: AFP

Deutschland treibt mit einigen Partnerländern in der EU die Planungen für so genannte Rückführzentren in Drittstaaten außerhalb der EU voran. Eine Arbeitsgruppe nahm ihre Beratungen über ein Konzept auf.

Deutschland treibt mit einigen Partnerländern in der EU die Planungen für so genannte Rückführzentren in Drittstaaten voran. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Donnerstag nahm eine Arbeitsgruppe ihre Beratungen über ein Konzept auf, das konkret aufzeigen solle, "wie innovative Drittstaatenmodelle entwickelt und umgesetzt werden können". Im Zentrum der Planungen steht das Bemühen, abgelehnte Asylbewerber außerhalb der EU unterzubringen, falls sie nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können.

"Wer keinen Schutzanspruch erhält, muss damit rechnen, Europa wieder verlassen zu müssen", erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Ein Asylsystem funktioniere "nur bei gleichzeitig funktionsfähigen Rückführungen". Deutschland setze mit seinen Partnern dabei "auf partnerschaftliche Lösungen mit Drittstaaten".

Welche Länder für die Errichtung von Rückführzentren - so genannten Return Hubs - in Frage kommen, teilte der Minister noch nicht mit. Vor einigen Wochen hatte er als Beispiel auf eine niederländische Initiative für ein Abschiebezentrum im ostafrikanischen Uganda verwiesen. 

An der Arbeitsgruppe sind neben Deutschland nun auch die Niederlande, aber auch Dänemark, Österreich und Griechenland beteiligt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums soll die Arbeit bei einem Folgetreffen in wenigen Wochen vertieft werden.

Die Initiative knüpft an die Beschlüsse zum Gemeinsamen Europäischen Asylsystem an, mit denen die Grundlage für mehr Ordnung und Steuerung in der europäischen Migrationspolitik gelegt wurde. Ziel ist es, den Druck auf die EU-Außengrenzen wirksam zu reduzieren.

Die Einrichtung von Rückkehrzentren in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union wird seit langem auf EU-Ebene diskutiert. Kritiker zweifeln daran, dass solche Zentren mit europäischem Recht vereinbar sind. 

Weitere Meldungen

US-Diplomatie in Davos und Moskau: Ukraine-Gespräche kommen offenbar voran

Bei Beratungen in Davos und Moskau haben die USA am Donnerstag auf ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gedrungen. US-Präsident Donald Trump sagte nach einem

Mehr
Nach Start von Trumps "Friedensrat": Wadephul bekräftigt deutschen Rückhalt für UNO

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat angesichts des Starts des von US-Präsident Donald Trump auf den Weg gebrachten "Friedensrats" die deutsche Unterstützung für die

Mehr
Leichtverletzte bei neuem Zugunglück in Spanien - Bei Kollision vom Sonntag nun 45 Tote

Kurz nach zwei tödlichen Zugunglücken in Spanien hat sich ein weiterer Unfall auf einer Bahnstrecke ereignet. Bei der Kollision eines Zuges mit einem Kran in der Nähe der

Mehr

Top Meldungen

Zahl der Zwangsversteigerungen 2025 weiter gestiegen

Ratingen (dts Nachrichtenagentur) - Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist 2025 weiter nach oben gegangen. Laut einer Analyse des auf solche Versteigerungen spezialisierten

Mehr
Grünen-Chefin Brantner nennt Mercosur-Abstimmung "Fehler"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Chefin Franziska Brantner hat das Abstimmungsverhalten vieler Grünen-Parlamentarier im Europäischen Parlament zum Mercosur-Abkommen

Mehr
BSW-Chef De Masi verteidigt Mercosur-Abstimmung im EU-Parlament

Straßburg (dts Nachrichtenagentur) - Der BSW-Bundesvorsitzende und Europaabgeordnete Fabio De Masi hat Kritik an der Mercosur-Abstimmung im EU-Parlament zurückgewiesen. De Masi

Mehr