Wirtschaft

EU-Parlament beharrt auf Entschädigungsrechten bei verspäteten Flügen

  • AFP - 21. Januar 2026, 13:10 Uhr
Bild vergrößern: EU-Parlament beharrt auf Entschädigungsrechten bei verspäteten Flügen
Leere Abflughalle des Flughafens Zaventem in Brüssel
Bild: AFP

Das EU-Parlament setzt sich weiter für einen Erhalt der Entschädigungsansprüche bei verspäteten Flügen ein. Eine breite Mehrheit der Abgeordneten bestätigte die Haltung gegen eine Anhebung der Schwelle, ab der eine Entschädigung fällig ist.

Das Europaparlament setzt sich weiter für einen Erhalt der Entschädigungsansprüche bei verspäteten Flügen ein. Eine breite Mehrheit der Abgeordneten bestätigte am Mittwoch in Straßburg die Haltung des Parlaments gegen eine Anhebung der Schwelle, ab der eine Entschädigung fällig ist. Der Streit um die Reform geht nun in einen Vermittlungsausschuss mit den 27 EU-Ländern.

Bei der Reform geht es unter anderem darum, ab wann Fluggäste ein Recht auf Entschädigung haben. Bislang gilt eine Schwelle von drei Stunden Verspätung. Die Höhe der Entschädigung variiert je nach Flugstrecke zwischen 250 und 600 Euro. Eine Mehrheit der 27 EU-Länder will diese Schwelle anheben, sodass weniger Passagiere einen Anspruch auf Entschädigung hätten.

Das Europaparlament ist mit breiter Mehrheit strikt dagegen. Bislang wollte keine der beiden Seiten von ihrer Position abrücken. In den anderen Streitpunkten zeigten sich die Abgeordneten hingegen kompromissbereit, etwa bei der Höhe der Entschädigungen und den Regeln für ein kostenloses Handgepäck.

Andere Teile der Reform gelten als unstrittig und sind bereits vorläufig vereinbart. So sollen Eltern kostenlos einen Sitzplatz neben ihren Kindern reservieren können. Außerdem sollen Passagiere nach Verspätungen automatisch ein Formular erhalten, mit dem sie eine Entschädigung beantragen können.

Das Parlament und der Rat der 27 EU-Staaten müssen nun einen Vermittlungsausschuss bilden, in dem je ein Vertreter aus jedem Land sowie 27 Abgeordnete sitzen. Aufseiten des Parlaments könnte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola persönlich die Verhandlungen führen. Der Ausschuss hat acht Wochen Zeit, um einen Kompromiss zu finden, das Startdatum ist jedoch nicht rechtlich festgelegt.

Abgeordnete des Parlaments hoffen, schon vorab weiter mit dem Rat zu verhandeln. Sollte auch der Vermittlungsausschuss scheitern, wäre die gesamte Reform vorerst vom Tisch.

Weitere Meldungen

Mercosur-Abkommen: EU-Parlament sorgt mit EuGH-Anrufung für Verzögerung

Es ist die nächste Hürde für das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten: Das Europaparlament hat eine Überprüfung am Europäischen Gerichtshof (EuGH)

Mehr
Strom von Ikea: Möbelriese will deutschen Energiemarkt revolutionieren

Mit einem dynamischen Stromtarif will der Möbelriese Ikea auf dem deutschen Energiemarkt Fuß fassen und Privathaushalten direkten Zugang zu den aktuellen Börsenstrompreisen

Mehr
Stahlindustrie beklagt viertes Krisenjahr in Folge

Die Krise in der deutschen Stahlindustrie hat sich im vergangenen Jahr weiter verschärft: 2025 lag die Produktion um rund neun Prozent unter dem "ohnehin sehr niedrigen

Mehr

Top Meldungen

Bosch-Siemens-Hausgeräte plant keine weiteren Fabrikschließungen

München (dts Nachrichtenagentur) - Nach der Ankündigung, die Produktionen in Nauen und Bretten bis zum ersten Quartal 2028 zu schließen, will der Haushaltsgerätehersteller

Mehr
Öffentliche Schulden im dritten Quartal um 2,1 Prozent gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die öffentliche Verschuldung ist im dritten Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um 2,1 Prozent oder 54,8 Milliarden Euro gestiegen. Das

Mehr
Grüne wollen LNG-Sanktionen gegen die USA

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Grünen-Politikerin Sara Nanni hat sich für Sanktionen auf US-Flüssiggasimporte ausgesprochen, um den politischen Druck auf Washington zu

Mehr