Politik

Gewalt gegen Demonstranten: USA verhängen Sanktionen gegen iranische Verantwortliche

  • AFP - 15. Januar 2026, 17:35 Uhr
Bild vergrößern: Gewalt gegen Demonstranten: USA verhängen Sanktionen gegen iranische Verantwortliche
Anti-Protest-Plakat in Teheran
Bild: AFP

Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Verantwortliche für die Gewalt gegen friedliche Demonstranten im Iran verkündet. Die Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen den Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani.

Die US-Regierung hat als Reaktion auf die Gewalt gegen friedliche Demonstranten im Iran Sanktionen gegen Verantwortliche der iranischen Sicherheitsbehörden verkündet. Die Strafmaßnahmen richteten sich unter anderem gegen den Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, sowie weitere Vertreter der Sicherheitsbehörden, die das gewaltsame Vorgehen gegen die Proteste organisiert hätten, erklärte US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag.

Die USA werfen Laridschani vor, das Vorgehen gegen die Demonstranten organisiert und die Anwendung von Gewalt gefordert zu haben. Neben ihm richten sich die Sanktionen laut Ministerium unter anderem gegen vier Regionalkommandeure der Sicherheitskräfte und der Revolutionsgarden in den Provinzen Lorestan und Fars. In Fars hätten die Sicherheitskräfte "unzählige friedliche Demonstranten getötet", erklärte das Ministerium. Die Krankenhäuser in der Provinz seien "derart überfüllt mit Patienten mit Schussverletzungen gewesen, dass sie keine anderen Patienten mehr annehmen konnten".

Sanktioniert werden dem Ministerium zufolge zudem 18 Einzelpersonen und Einrichtungen, die demnach über ein Netzwerk von "Schattenbanken" alljährlich Milliardensummen aus iranischen Ölverkäufen waschen, während die Bevölkerung im Iran unter der schlechten Wirtschaftslage leidet.

Mit den Sanktionen wird mögliches Vermögen der Betroffenen in den USA eingefroren, zudem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen machen. Finanzinstituten aus anderen Ländern, die Transaktionen der Betroffenen ausführen, drohen ebenfalls Sanktionen.

Die Proteste im Iran hatten Ende Dezember begonnen. Sie entzündeten sich zunächst an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich dann aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden tausende Menschen getötet und mehr als 10.000 weitere festgenommen.

Weitere Meldungen

SPD und CDU in Brandenburg stellen Koalitionsvertrag vor

Zwei Monate nach dem Bruch der SPD-BSW-Koalition in Brandenburg stellen die neuen Partner SPD und CDU am Mittwoch (11.00 Uhr) in Potsdam ihren Koalitionsvertrag vor. Bevor der

Mehr
Minister Prien und Schneider stellen sich Befragung im Bundestag

Die Sitzungswoche des Bundestages beginnt am Mittwoch (14.00 Uhr) mit einer eineinhalbstündigen Regierungsbefragung. Darin stellen sich Bildungs- und Familienministerin Karin

Mehr
Brüssel stellt abgeschwächten Entwurf für "Made in Europe"-Industriequoten vor

Die EU-Kommission stellt am Mittwoch einen voraussichtlich stark abgeschwächten Vorschlag für sogenannte "Made in Europe"-Quoten für die Industrie vor. Anders als ursprünglich

Mehr

Top Meldungen

Malmendier empfiehlt Vorbereitung auf Eurobonds

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die frühere Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier fordert die EU mit Blick auf die Verteidigung auf, sich auf Eurobonds vorzubereiten. "Wir

Mehr
Sicherheitsexperte: Iran spielt seine Karten effektiv aus

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Sicherheitsexperte Peter Neumann warnt vor globalen Wirtschaftsfolgen, wenn nach der Sperrung der Straße von Hormus für den internationalen

Mehr
Schwesig fordert "schnelle Auffüllung" der Gasspeicher

Schwerin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs fordert Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die

Mehr