Brennpunkte

Wehrbeauftragter fordert schärfere Bundeswehr-Dienstaufsicht

  • dts - 14. Januar 2026, 07:54 Uhr
Bild vergrößern: Wehrbeauftragter fordert schärfere Bundeswehr-Dienstaufsicht
Henning Otte (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der rechtsradikalen und Sexismus-Vorwürfe gegen Angehörige des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) fordert der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, eine grundlegende Schärfung der Dienstaufsicht auf allen Ebenen bei der Bundeswehr.

"Zur Vermeidung künftiger Skandale braucht es eine konsequentere Dienstaufsicht auf allen Ebenen", sagte er der "Bild". Die Einhaltung der Grundsätze der Inneren Führung sei sicherzustellen und müsse gestärkt werden, um die volle Einsatzbereitschaft und das Ansehen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit zu wahren.

Mit Blick auf die parlamentarische Aufarbeitung am Mittwoch stellte der Wehrbeauftragte klar: "Extremismus und Sexismus dürfen keinen Platz in der Bundeswehr haben. Die Einsatzbereitschaft der Truppe hänge maßgeblich vom gegenseitigen Vertrauen der Kameraden ab." Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre solches Vertrauen durch das bekannt gewordene Fehlverhalten massiv untergraben. Nur durch Integrität bleibe der Dienst in der Bundeswehr auch für künftige Generationen attraktiv, sagte der Wehrbeauftragte.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), sieht in den rechtsextremistischen und sexistischen Vorfällen unterdessen eine Gefahr für die Bundeswehr und ihr Vermögen, zusätzliche Soldaten zu rekrutieren, und beklagt in dem Zusammenhang "systemische Mängel", wie er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" sagte.

Diese Vorfälle und die Reaktionen darauf schadeten dem Ansehen der Bundeswehr und der Soldaten, die jeden Tag ihren Dienst in Übereinstimmung mit unseren Werten und unter Einsatz ihres Lebens leisteten, so Röwekamp. "Und sie gefährden die Bereitschaft, sich in den Dienst unserer Truppe zu stellen."

Er fügte hinzu: "Das Ausmaß und der Zeitraum der sexuellen Übergriffe, des Rechtsextremismus und des Drogenmissbrauchs offenbaren, dass die innere Führung und die Fürsorgepflicht von Vorgesetzten versagt haben. Darüber hinaus ist offensichtlich, dass aus Angst vor persönlichen und dienstlichen Konsequenzen die Bereitschaft zur Meldung von solchen Übergriffen und Vorfällen erheblich leidet. Es ist kaum vorstellbar, dass diese Vorfälle über einen so langen Zeitraum von der Führung der Einheit unbemerkt oder ohne Konsequenzen bleiben konnte."

Daher komme es jetzt neben der gebotenen straf- und dienstrechtlichen Verfolgung der Taten insbesondere darauf an, durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass Vorfälle dieser Art gemeldet und durch die Vorgesetzten geahndet würden. Denn die bisher bekannten Sachverhalte und Vorwürfe gingen weit über ein Fehlverhalten einzelner Soldaten hinaus und offenbarten erhebliche kulturelle und systemische Mängel in der betroffenen Einheit und ihrer Führung.

Weitere Meldungen

Macron: Französischer Soldat bei Angriff im Norden des Irak getötet

Bei einem Angriff in der autonomen Kurdenregion Erbil im Nordirak ist ein französischer Armeeangehöriger getötet worden. Der Soldat Arnaud Frion vom 7. Bataillon der

Mehr
Studie: Deutschland wahrscheinlich Hauptziel von Iran-Flüchtenden

Sollte es im Zuge des Kriegs im Nahen Osten zu Fluchtbewegungen kommen, dürfte Deutschland das Hauptzielland für Menschen aus dem Iran sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine

Mehr
US-Medien: Angreifer von Synagoge bei Detroit verlor Familie bei Angriff im Libanon

Bei dem Angriff am Donnerstag auf eine Synagoge in einem Vorort von Detroit im US-Bundesstaat Michigan besteht womöglich eine Verbindung zum Krieg im Nahen Osten. Der bewaffnete

Mehr

Top Meldungen

CSU verspricht Schutzmechanismen für Mieter in neuem Heizungsgesetz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - CSU-Generalsekretär Martin Huber verspricht Schutzvorkehrungen für Mieter im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz. "Für uns ist wichtig: Der

Mehr
Hohe Spritpreise: Jusos pochen auf günstigeres Deutschlandticket

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Juso-Chef Philipp Türmer fordert als Reaktion auf die stark gestiegenen Spritpreise eine Preissenkung beim Deutschlandticket. Pendler würden

Mehr
Geflügelwirtschaft sieht knappes Eier-Angebot zu Ostern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) spricht von einem knappen Eier-Angebot, sieht aber die Eierversorgung zu Ostern

Mehr