Technologie

Verfassungsschutz warnt vor laufenden iranischen Cyberangriffen

  • dts - 22. Dezember 2025, 20:56 Uhr
Bild vergrößern: Verfassungsschutz warnt vor laufenden iranischen Cyberangriffen
Anti-Iran-Protest (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt Nahostexperten, jüdische Einrichtungen und die iranische Exil-Gemeinschaft vor laufenden Onlineaktivitäten gegen sie.

"Gegenwärtig sind Cyberspionageangriffe einer fortgeschrittenen und ressourcenstarken Gruppierung festzustellen", zitiert der "Tagesspiegel" aus einem "Sicherheitshinweis für Politik & Verwaltung" vom 18. Dezember ohne direkte Zuschreibung in Richtung des Iran, die sich jedoch aus der Aufzählung der betroffenen Gruppen ergibt. Gewarnt werden "Personen, die sich mit Menschen-, Frauen- oder LGBTQ-Rechten im Iran befassen oder Kontakte zu Regimegegnerinnen und -gegnern der Islamischen Republik Iran unterhalten".

Zum "Download von Schadsoftware", über die "umfangreiche Daten ausgeleitet" wie zum Beispiel "E-Mails, Dokumente, Kontaktdaten oder Kalendereinträge" ausgeleitet werden, sollen dem Verfassungsschutz zufolge auch "Angehörige jüdischer oder pro-israelischer Organisationen" animiert werden. Das gelte auch für Wissenschaftler und Experten aus dem Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik mit regionalem Nahost-Schwerpunkt.

Für die Ausspäh-Aktion werde "über mehrere Wochen" ein Kontakt aufgebaut, zu "den häufigsten Anbahnungsmethoden" zählten Anfragen für Interviews, zur Teilnahme an Veranstaltungen oder Konferenzen. Unter Umständen könnten die Täter am Ende "über kompromittierte Geräte auch Inhalte von Videotelefonaten und -konferenzen heimlich mitschneiden" und "nicht nur sensible Informationen zur eigentlichen Zielperson erlangen, sondern darüber hinaus auch zu weiteren Personen in deren beruflichem und privatem Umfeld".

"Diese Warnungen müssen wir sicherheitspolitisch sehr ernst nehmen", fordert Konstantin von Notz (Grüne), der stellvertretende Vorsitzende des Kontrollgremiums im Bundestag: "Wir müssen iranische Oppositionelle in Deutschland besser schützen und auch den Schutz jüdischer Einrichtungen stetig aktuellen Entwicklungen anpassen." Er bezeichnete Intensität und Aggressivität iranischer Dienste in Deutschland als "in höchstem Maße empörend und auch durchaus beunruhigend".

Weitere Meldungen

Hate-Aid-Leiterin fordert Standhaftigkeit bei Social-Media-Regeln

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die von US-Sanktionen betroffene Co-Geschäftsführerin der Organisation Hate-Aid, Anna-Lena von Hodenberg, fordert von den Europäern

Mehr
Prien warnt vor Diskriminierung durch KI

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) warnt vor Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz. KI werde mit Internetdaten trainiert und

Mehr
Kommunale Unternehmen begrüßen Kritis-Entscheidung im Bundesrat

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat die Zustimmung des Bundesrates zum Gesetz für den Schutz kritischer Infrastruktur

Mehr

Top Meldungen

Wirtschaftsinstitute wollen Konjunkturprognose absenken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute werden ihre Konjunkturprognosen infolge des Iran-Kriegs voraussichtlich senken. Das teilten

Mehr
Mögliche Freigabe strategischer Ölreserven: IEA beruft Sondersitzung ein

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat mit Blick auf eine mögliche Freigabe von Notfall-Ölvorräten eine Sondersitzung noch am Dienstag einberufen. Es gehe darum, "die

Mehr
CDU-Wirtschaftsrat mahnt Stromsteuersenkung an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor dem Hintergrund steigender Energiekosten durch den Iran-Krieg erinnert der Wirtschaftsrat der CDU die Regierung an das Versprechen der

Mehr