München (dts Nachrichtenagentur) - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat mit Unverständnis auf Vorwürfe reagiert, beim vieldiskutierten Stadionverbot stelle man die gesamte Fanszene unter Generalverdacht. Für Herrmann sind "die Vorwürfe vom Generalverdacht völliger Unsinn", wie er dem TV-Sender "Welt" sagte.
Er habe sich "schon gewundert, was da alles publiziert worden ist, weil es gerade ja bei den Stadionverboten darum geht, dass eine bestimmte Person mit einem bestimmten Fehlverhalten identifiziert worden ist und dass gegen diese spezielle Person dann jeweils aufgrund ihres Fehlverhaltens ein Stadionverbot verhängt wird. Und dass dies möglichst nach einheitlichen Kriterien in ganz Deutschland erfolgen soll und dann natürlich das Stadionverbot gegebenenfalls auch für alle Stadien in Deutschland durchgezogen wird." Das habe also mit Generalverdacht gar nichts zu tun, sondern es richte sich gegen einzelne Personen, die sich entsprechend falsch verhalten haben.
Überhaupt liege die Entscheidung über ein Stadionverbot in den allermeisten Fällen bei den Bundesliga-Vereinen und nicht beim Staat, so Herrmann. Nur die schwersten Straftaten landeten bei Gericht, ansonsten müssten die einzelnen Vereine, die DFL oder der DFB entscheiden, wen sie ins Stadion lassen: "Das Stadionverbot wird ja nicht von einem Innenminister verhängt. Und insofern: Die entscheiden darüber. Die müssen das wissen."
Der DFB habe dabei aber auch um Mithilfe der Polizei gebeten, "sodass die Polizei dann ihre Informationen oder Ermittlungsergebnisse auch dem Verein zur Verfügung stellt". Das wolle man gerne tun, so Herrmann: "Da müssen wir in der Tat in der Kommunikation noch besser werden. Wenn die Polizei entsprechende Erkenntnisse hat, muss sie diese auch dem Verein mitteilen. Denn der Verein entscheidet ja dann über Stadionverbote."
Brennpunkte
Bayerns Innenminister verteidigt IMK-Pläne zu Stadionverboten
- dts - 3. Dezember 2025, 13:40 Uhr
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