Technologie

NRW-Umfrage: Lehrer zunehmend offen für KI-Einsatz an Schulen

  • dts - 10. November 2025, 16:50 Uhr
Bild vergrößern: NRW-Umfrage: Lehrer zunehmend offen für KI-Einsatz an Schulen
Junge Leute mit Smartphone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Gymnasiallehrkräfte in NRW sind nach einer Umfrage des Philologenverbands NRW zunehmend offen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Schule. Gleichzeitig beobachten sie, dass ChatGPT und Co. das Lern- und Arbeitsverhalten junger Leute massiv verändern, berichtet die "Rheinische Post".

Im Zuge der Erhebung konnten die Teilnehmenden unter anderem frei beschreiben, wie sich ihre Schüler durch KI verändert haben. Einer der mit Abstand häufigsten Punkte, die dabei genannt wurden, ist ein "starker Rückgang der Eigenleistung bei Hausaufgaben, Projekten usw.", fasst der Philologenverband die Reaktionen zusammen. Zu den am häufigsten genannten Punkten gehörte außerdem: "Leistungsbereitschaft sinkt rapide" und die Erkenntnis: "Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler profitieren, leistungsschwache sinken weiter ab."

"Wir sehen klar, dass die Nutzung von generativen KI-Systemen Auswirkungen auf das Leistungsverhalten unserer Schülerinnen und Schüler hat. Das müssen wir immer mitbedenken, wenn wir uns über weitere Einsatzmöglichkeiten Gedanken machen. Künstliche Intelligenz birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken", sagte Sabine Mistler, Landeschefin des Philologenverbands NRW, der "Rheinischen Post".

Eine generell negative Haltung gegenüber Künstlicher Intelligenz in der Schule offenbaren die Lehrkräfte aber nicht, wie die "Rheinische Post" berichtet. In der Tendenz werden sie der Umfrage zufolge vielmehr aufgeschlossener. So nutzen inzwischen insgesamt 63 Prozent von ihnen KI-Anwendungen gelegentlich oder sogar regelmäßig im Unterricht (gelegentlich: 48 Prozent, regelmäßig: 15 Prozent).

"Viele Kolleginnen und Kollegen haben begonnen, KI-Tools gezielt zu erproben und in ihre Unterrichtspraxis zu integrieren", sagte Sabine Mistler. Bei einer früheren Befragung im Jahr 2023 hatte noch etwa ein Drittel der Lehrer die KI-Nutzung in der Klasse grundsätzlich abgelehnt, das tun heute nur noch 17 Prozent. Allerdings beklagen 36 Prozent der befragten Lehrer eine mangelnde technische Ausstattung, 55 Prozent von ihnen haben Bedenken zum Datenschutz. Außerdem nannten 93 Prozent der Befragten die "intransparente Eigenleistung" von Schülern als Herausforderung beim Einsatz von KI im Unterricht. Das heißt: Es ist für Lehrkräfte häufig unklar, wer die Arbeit erledigt hat - der Schüler oder der Chatbot.

Auf die Bitte um eine Bewertung des Handlungsleitfadens des Schulministeriums zum "Umgang mit textgenerierenden KI-Systemen" erklärten 49 Prozent der Befragten bei der Erhebung des Philologenverbands, diesen nicht zu kennen. Weitere 31 Prozent halten ihn für weniger oder gar nicht hilfreich (weniger hilfreich: 21 Prozent, gar nicht hilfreich: zehn Prozent).

Die Umfrage lief nach Angaben des Philologenverbands im Oktober, 1.509 Lehrkräfte beteiligten sich daran. 87 Prozent von ihnen arbeiten an Gymnasien, neun Prozent an Gesamtschulen, der Rest an Weiterbildungskollegs und anderen Schulformen.

Weitere Meldungen

Studie: Eine Million Humanoide bis 2030 allein in China und USA

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Humanoide Roboter stehen kurz vor dem industriellen Durchbruch. Bereits 2026 soll die Serienproduktion erster Modelle starten, so eine Analyse

Mehr
Merkel sieht Europa vor "großer Schlacht" mit USA um KI

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angela Merkel (CDU) sieht Europa bei Fragen zu Künstlicher Intelligenz vor "einer großen Schlacht" mit den USA. Das sagte die ehemalige

Mehr
Private Mailpostfächer werden immer voller

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Durchschnitt gehen bei Internetnutzern in Deutschland pro Tag 13 Nachrichten im privaten Mailpostfach ein. Das ergab eine am Donnerstag

Mehr

Top Meldungen

Commerzbank sieht in Übernahme durch Unicredit "keinen Sinn"

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Bettina Orlopp, hält eine Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit derzeit für

Mehr
Analyse: Schlechte Jobaussichten für Führungskräfte

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Jobaussichten für Führungskräfte in Deutschland haben sich deutlich verschlechtert. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres schrumpfte

Mehr
So wenig neue Bahnstrecken wie seit 1991 nicht mehr

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In den vergangenen zehn Jahren wurden so wenig neue Bahnstrecken wie seit 1991 nicht mehr in Betrieb genommen, dem Beginn der

Mehr