Finanzen

Städtetag fürchtet Hängepartie bei Deutschlandticket-Finanzierung

  • dts - 6. August 2025
Bild vergrößern: Städtetag fürchtet Hängepartie bei Deutschlandticket-Finanzierung
Bushaltestelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Städtetag hat vor einer "Hängepartie" beim Deutschlandticket wegen einer unklaren Finanzierung für das kommende Jahr gewarnt. "Wenn das Regionalisierungsgesetz vom Bund und damit die Finanzierung des Deutschlandtickets so bleiben, stehen uns wieder Wochen und Monate des Bangens ins Haus", sagte Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

Seit der Einführung des Deutschlandticket stehe die Finanzierung des Tickets auf tönernen Füßen, so Schuchardt. "Die 1,5 Milliarden Euro, die Bund und Länder bisher jeweils pro Jahr zuschießen, decken zusammen mit den Ticketeinnahmen nicht die Kosten, die den Verkehrsträgern entstehen." Der tatsächliche Ausgleichsbedarf liege mindestens bei 3,6 Milliarden Euro pro Jahr.

"Das Ticket bleibt so erneut ein Provisorium", kritisierte Schuchardt. Der Bund sage das Ticket zu, wolle aber für die Mehrkosten nicht aufkommen. Die Länder würden Mehraufwendungen ebenfalls ablehnen. Zudem seien im Haushaltsentwurf 2026 die Bundesmittel für das Deutschlandticket nicht berücksichtigt.

"Damit ist das Ticket auch für 2026 in keiner Weise gesichert", sagte Schuchardt. Man wolle die "Erfolgsgeschichte Deutschlandticket" fortschreiben, sagte er. "Aber es droht schon wieder eine Hängepartie mit Ansage."

Der Städtetag fordert ein langfristiges Finanzierungsmodell für das Deutschlandticket. "Das muss die neue Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern liefern", führt Schuchardt aus. Die Städte und ihre Verkehrsunternehmen bräuchten Planungssicherheit und endlich eine dauerhaft abgesicherte Finanzierung. "Dazu gehört auch ein verlässlicher Rahmen, die Einnahmen gerecht zu verteilen und die Defizite vollständig und zeitnah auszugleichen."

Die Städte und Verkehrsunternehmen müssten sich genauso auf das Angebot verlassen können, wie die 14 Millionen Kunden, so Suchardt. Das sogenannte Regionalisierungsgesetz soll an diesem Mittwoch in das Bundeskabinett kommen.

Weitere Meldungen

Commerzbank-Chefin bekräftigt Eigenständigkeit des Geldinstituts

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat das Übernahmeangebot der italienischen Großbank Unicredit kritisiert und zugleich die

Mehr
Entscheidung zum digitalen Euro eventuell noch 2026

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesbank hat den digitalen Euro gegen Kritik verteidigt und eine baldige politische Entscheidung in Aussicht gestellt. "Politisch

Mehr
Bankenverband senkt Wachstumsprognose auf ein Prozent

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die privaten Banken in Deutschland sagen für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent voraus, 0,4 Prozentpunkte weniger

Mehr

Top Meldungen

Caritas will Pflicht für klimaschonende Heizungen in Mietwohnungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts "drastisch" steigender Energiepreise fordert die Caritas eine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau klimaschonender Heizungen in

Mehr
DIHK verlangt spürbare Reformen bis zum Sommer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der schlechten Wirtschaftslage fordert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Bundesregierung auf, bis zum Sommer

Mehr
Bericht: Lufthansa plant massive Investition am Münchner Flughafen

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Lufthansa plant offenbar eine massive Investition am Münchner Flughafen. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, will die

Mehr