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Neue Studie offenbart Desinteresse der Kunden - Was die Reifen mit der Umwelt zu tun haben

  • Peter Maahn/SP-X - 14. November 2024, 15:59 Uhr
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Bis zur Mitte des Jahrhunderts will Michelin in allen seinen Reifenwerken, hier der Standort in Bad Kreuznach, klimaneutral produzieren Foto: Michelin

Bei immer mehr Verbrauchern wachsen wegen des Klimawandels die Sorgen und die Bereitschaft zu Veränderungen im persönlichen Bereich. Noch nicht angekommen ist das Thema, wenn es um die Neuanschaffung von Autoreifen geht.

Eigentlich eine Binsenweisheit: Ein Reifen ist rund, schwarz, hat Rillen und ist auf etwa der Größe von vier Handflächen die einzige direkte Verbindung vom Auto zur Straße. Die Kontrolle des Luftdrucks übernehmen inzwischen längst Sensoren und mahnen per Cockpitanzeige zum Stopp an der Luftsäule der Tankstelle. Ein wichtiges Bauteil jedes Autos also, für das sich allerdings kaum einer der Besitzer nur dann interessiert, wenn ein Wintereinbruch zum Handeln zwingt. Oder wenn die Lauffläche der Reifen unter der gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter liegt und einen Neukauf des Reifensatzes nötig macht. Allerdings: Geschätzt die Hälfte aller Autobesitzer wechselt die Reifen lange bevor das Profil den kritischen Wert erreicht hat.

Maria Röttger, die Nordeuropa-Chefin des Reifenherstellers Michelin, räumt ein, dass die Reifenindustrie mehr Aufklärungsarbeit bei den Kunden leisten muss. „Heutige Premium-Reifen können sicher und zuverlässig bis zu 1,6 Millimetern Profiltiefe genutzt werden, haben auch dann noch Leistungsreserven“. Die Managerin spricht von 128 Millionen Altreifen, die in Europa jährlich eingespart werden könnten. Dabei hat Röttger auch die Umwelt im Visier, was beim Blick auf eine aktuelle Michelin-Studie weiteren Aufklärungsbedarf in Richtung der Kunden offenbart. Dort ist das Wissen um die Nachhaltigkeit moderner Reifen nämlich kaum vorhanden.

Dabei geht es um den Neukauf von Reifen, wenn die alten Schlappen entsorgt werden müssen. Große Hersteller wie zum Beispiel eben Michelin, aber auch Conti, Goodyear, Dunlop oder Pirelli bemühen sich seit Jahren, den „Fußabdruck“ ihrer Produkte bei Zuverlässigkeit und Umweltverträglichkeit zu verringern. Allein durch den Verschleiß fallen in Europa jährlich 500.000 Tonnen durch den Abrieb an. Kriterien, die nach den Ergebnissen der Studie kaum beachtet werden. Für gerade mal fünf Prozent der Befragten spielt die Umweltverträglichkeit beim Reifenkauf eine Rolle. Was auch daran liegt, dass kaum jemand weiß, dass es längst Produkte gibt, die schon bei der Herstellung die Schonung der Umwelt wie eben die Verringerung des Abriebs im Blick haben. Hilfreich dabei auch der Einsatz von Material aus PET-Flaschen, die Verwendung von Orangenschalen oder Sonnenblumen-Öl, was wertvolle Rohstoffe einspart. Alles Fakten, die selbst bei an sich umweltbewussten Fahrern von E-Autos unbekannt sind.

Maria Röttger bezieht Umweltaspekte auch bei der Produktion im Michelin-Werk Bad Kreuznach in die Gesamtstrategie ihres Unternehmens mit ein. Bis 2030 soll der Anteil biologisch oder recycelter Materialien die 40-Prozent-Marke erreichen. Bis 2050 sollen es 100 Prozent sein. Als weiteres Beispiel nennt sie die Umstellung auf elektrische Vulkanisationspressen, die um 90 Prozent sparsamer produzieren als die herkömmliche Dampftechnik. Bis zur Mitte des Jahrhunderts will Michelin in allen Werken klimaneutral produzieren.

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