Technologie

Staatshilfen: EU leitet Untersuchung gegen Netzanbieter aus Abu Dhabi ein

  • AFP - 10. Juni 2024, 16:25 Uhr
Bild vergrößern: Staatshilfen: EU leitet Untersuchung gegen Netzanbieter aus Abu Dhabi ein
Etisalat-Logo
Bild: AFP

Wegen mutmaßlich illegaler staatlicher Hilfen für die Übernahme eines europäischen Unternehmens hat die EU-Kommission Untersuchungen gegen den Netzanbieter Etisalat mit Sitz in Abu Dhabi eingeleitet.

Wegen mutmaßlich illegaler staatlicher Hilfen für die Übernahme eines europäischen Unternehmens hat die EU-Kommission Untersuchungen gegen den Netzanbieter Etisalat mit Sitz in Abu Dhabi eingeleitet. Brüssel vermutet nach eigenen Angaben vom Montag, dass der Staatskonzern der Vereinigten Arabischen Emirate womöglich einen unfairen Wettbewerbsvorteil bei der Übernahme des tschechischen Netzanbieters PPF hatte. Es ist die erste EU-Antisubventionsuntersuchung, die sich nicht gegen chinesische Firmen richtet.

Etisalat profitierte nach Einschätzung der Kommission von einer "unbegrenzten Garantie" der Regierung und von einem Kredit staatlich kontrollierter Banken. Die EU-Wettbewerbshüter sollen nun prüfen, ob die PPF-Übernahme durch diese Staatshilfen erst ermöglicht wurde und ob der Konzern einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Interessenten hatte. Außerdem soll untersucht werden, ob das fusionierte Unternehmen den EU-Markt verzerrt.

Der Netzanbieter PPF mit Sitz in Tschechien hat nach Kommissionsangaben mehr als zehn Millionen Kundinnen und Kunden. Etisalat hatte im August vergangenen Jahres das Geschäft der Gruppe in Bulgarien, Ungarn, Serbien und der Slowakei für 2,15 Milliarden Euro übernommen. Die EU-Kommission hat nun bis Mitte Oktober Zeit, um ein Verbot der Übernahme zu prüfen.

Wegen mutmaßlich verzerrender Staatshilfen hatte die Kommission in den vergangenen Monaten bereits Ermittlungen gegen den chinesischen Bahnkonzern CRRC und gegen zwei Solarhersteller aus China eingeleitet. In der Folge zogen die Unternehmen ihre Angebote für öffentliche Ausschreibungen in Europa zurück.

Weitere Meldungen

Bund verbietet Komponenten chinesischer Hersteller Huawei und ZTE in 5G-Netzen

Aus Sorge vor Spionage und Sabotage dürfen die Mobilfunkbetreiber in Deutschland bald keine Bauteile der chinesischen Hersteller Huawei und ZTE mehr in ihren 5G-Netzen einbauen.

Mehr
Einigung mit EU-Kommission: Apple wendet Strafe wegen Bezahldienst Apple Pay ab

Der iPhone-Hersteller Apple hat im Streit um den Bezahldienst Apple Pay eine Einigung mit der EU-Kommission erzielt und so eine mögliche Milliardenstrafe abgewendet. Der Konzern

Mehr
Nach Wettbewerbsbedenken: Microsoft gibt Sitz im Verwaltungsrat bei OpenAI auf

Nach Bedenken der Wettbewerbsbehörden in der EU, Großbritannien und den USA gibt Microsoft seinen beobachtenden Sitz im Verwaltungsrat des ChatGPT-Entwicklers OpenAI auf.

Mehr

Top Meldungen

Verdi bekräftigt Kritik am Wachstumspaket der Ampelkoalition

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mahnt die Ampelkoalition dazu, ihre sogenannte "Wachstumsinitiative" inhaltlich noch einmal grundsätzlich

Mehr
FDP will bei Stromtrassen-Bau weg von Erdkabeln

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Streit um den Bau dreier großer Stromleitungen für den Transport erneuerbarer Energien setzt sich die FDP-Fraktion im Bundestag für einen

Mehr
Warmer Frühling sorgt für niedrige Heizkosten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die zum Teil sehr milden Temperaturen in diesem Frühjahr haben bei vielen Deutschen zu deutlichen Ersparnissen beim Betrieb ihrer Heizung

Mehr